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Abinader sagt, Amnesty International habe keine moralische Autorität, um von der Dominikanischen Republik ein Ende der Abschiebungen zu fordern

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Präsident Luis Abinader und Ex-Präsident Hipólito Mejía führten am Freitag ein Treffen durch, das die Reihe privater Gespräche zwischen den führenden politischen Persönlichkeiten des Landes abschließt.

Wie auch die vorherigen Zusammenkünfte diente dieses letzte Treffen dazu, Themen im Zusammenhang mit der sozio-politischen Krise im Nachbarland Haiti und deren indirekten Auswirkungen auf die Dominikanische Republik zu erörtern, wie es der Wirtschafts- und Sozialrat (CES) vorgeschlagen hatte.

Nach über zwei Stunden Gespräch in der Residenz von Mejía erklärte Präsident Luis Abinader, dass das Treffen mit dem Ex-Präsidenten und einem Team des CES zum Thema Haiti „sehr produktiv“ gewesen sei.

Der Präsident äußerte außerdem, dass sie auch über Migration, Sicherheit, Handel und Kommunikation gesprochen hätten, zusätzlich zu den Themen des CES, „um eine einheitlichere Politik im Hinblick auf die immer gravierender werdenden Probleme in der Republik Haiti zu verfolgen“.

Abinader betonte zudem, dass es ein gemeinsames Bestreben zur Zusammenarbeit mit den anderen Teams der Ex-Präsidenten gebe, mit dem Ziel, eine einheitliche Strategie angesichts der Lage im Nachbarland zu entwickeln.

Nach Abschluss dieses politischen Dialogs kündigte Abinader an, dass am 23. Juli ein weiteres Gespräch im Nationalpalast mit den Kommissionen aller in diesen Treffen angesprochenen Bereiche stattfinden wird.

Amnesty International

Bezüglich der Position von Amnesty International, die die dominikanische Regierung aufforderte, die massenhaften Abschiebungen zu beenden und die Menschenrechte zu achten, bekräftigte Präsident Abinader erneut seine Ablehnung gegenüber dieser Stellungnahme und erklärte, dass die Organisation keine „moralische Autorität“ habe, um zur Haltung des Landes in dieser Krise etwas zu sagen.

„Amnesty soll doch auch gegen die Banden in Haiti kämpfen; sie sollen dorthin gehen und helfen, und tun, was wir getan haben. Seit drei Jahren rufen wir die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich dem Problem zu widmen, aber sie lassen Haiti im Stich – und wir müssen die Entscheidungen treffen, um die Sicherheit unseres Landes zu gewährleisten“, rief er aus.

Dies war bereits das dritte Treffen, das Abinader mit Ex-Präsidenten abhielt. Am 26. Juni traf er sich mit Danilo Medina und am 3. Juli mit Leonel Fernández.

Von allen drei Treffen war jenes mit Hipólito Mejía das längste: Es begann um 10:40 Uhr morgens und dauerte bis 13:30 Uhr.

Kontext

Nach dem Attentat auf den haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse hat sich die sozio-politische Krise im Nachbarland erheblich verschärft und wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, einschließlich der wirtschaftlichen Stabilität und der nationalen Sicherheit.

Die von haitianischen Banden ausgelöste Gewalt hat bis 2024 laut UNO über 5.600 haitianischen Staatsbürgern das Leben gekostet; in den ersten Monaten dieses Jahres waren es bereits rund 2.680.

Zudem hat die Situation Millionen Haitianer zur Flucht aus ihrem Land gezwungen. Die Dominikanische Republik ist dabei das am stärksten betroffene Aufnahmeland.

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