Als Reaktion auf mehrere tragische Vorfälle der letzten Tage, bei denen haitianische Staatsangehörige mutmaßlich Gewalttaten verübt haben sollen, versammelten sich Hunderte Menschen aus der Gemeinde Estero Hondo zu einem Protestmarsch gegen den Menschenhandel und die illegale Einwanderung haitianischer Migranten.
In Schwarz gekleidet – als Zeichen der Trauer – und mit der dominikanischen Flagge in der Hand, trugen die Demonstrierenden den Slogan: „Nicht noch einmal – kein weiterer Todesfall.“
Die Bewohner wollten ein deutliches Zeichen setzen, da mehrere Familien in der Region Opfer von Gewalt geworden sind. Der jüngste Fall betrifft den 90-jährigen Bienvenido Acosta, der in seinem Haus von einem Mann haitianischer Staatsangehörigkeit angegriffen und getötet wurde.
Auch Angehörige der Opfer nahmen an der Demonstration teil, darunter Josefina Acosta, Tochter von Bienvenido Acosta. In ihren Aussagen gegenüber den Medien beschrieb sie das Geschehene als „Albtraum“.
„Wir sind zutiefst erschüttert. Es hätte noch schlimmer kommen können – mein Mann und ich wollten in jener Nacht bei meinen Eltern übernachten, aber ich entschied mich zufällig, woanders zu bleiben“, sagte sie.
Josefina betonte, wie tief der Vorfall sie getroffen habe, da sie selbst Opfer hätte werden können. „Wir fordern, dass die Justiz ihre Arbeit tut – im Einklang mit dem Gesetz und der Wahrheit. Wir verlangen eine wissenschaftlich fundierte Untersuchung, um die Hintergründe des Todes meines Vaters zu klären.“
Auch Australia Acosta, ebenfalls Teilnehmerin des Marsches, erklärte, dass diese Tragödie einen Wendepunkt in der Geschichte von Estero Hondo darstelle. „Dieser Marsch ist ein Weckruf an die Behörden, damit sie diese Situation endlich unter Kontrolle bringen“, sagte sie. Sie erinnerte an einen ähnlichen Fall im Weiler Rancho Manuel, bei dem drei Personen ums Leben kamen und bislang keine Aufklärung durch die Behörden erfolgte.
Die Demonstration führte durch mehrere Straßen des Gemeindebezirks Estero Hondo und endete vor dem Inter-Agencia-Stützpunkt der Dominikanischen Marine.
Die Polizei und das Militär begleiteten den Marsch, um mögliche Spannungen zwischen dominikanischen und haitianischen Anwohnern zu verhindern.
Weitere Gewalttaten in der Gemeinde
Die Journalistin Mirian Cruz, Nichte des Verstorbenen Bienvenido Acosta, erinnerte an weitere Gewaltverbrechen in ihrer Heimatgemeinde. „Diesmal war es mein Onkel – er war für mich fast wie ein Vater“, sagte sie. Es sei bereits der dritte ähnliche Fall innerhalb der letzten zwei Jahre.
Cruz erwähnte zudem den Mord an dem Landbesitzer Juan José Soto Corniel im Jahr 2022 – Onkel des ehemaligen Ministers José Miguel Soto Jiménez – sowie das Doppelmordopfer aus dem Jahr 2023: Dr. Generoso Pérez und seine Ehefrau. In beiden Fällen stehen ebenfalls Haitianer unter Verdacht.
Die Gemeinde Estero Hondo fordert weiterhin klare Antworten und konkrete Maßnahmen von den Behörden, um die Sicherheit ihrer Bewohner zu gewährleisten.
Estero Hondo ist ein Gemeindebezirk in der norddominikanischen Provinz Puerto Plata, etwa 253 Kilometer von der Hauptstadt Santo Domingo entfernt.
