Fall Calamar

Chalas Guerrero bekennt sich schuldig, gibt 20 Millionen zurück und die Anklage gegen ihn wird fallen gelassen

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Die Richterin des Vierten Ermittlungsgerichts des Nationaldistrikts bestätigte einen Opportunitätsgrundsatz zugunsten des ehemaligen Direktors der Behörde für Casinos und Glücksspiele, Oscar Chalas Guerrero, der in den Fall illegaler Abgaben von Wettlotterien verwickelt ist.

Die Richterin Altagracia Ramírez de la Cruz traf diese Entscheidung nach Annahme eines Antrags der Sonderstaatsanwaltschaft zur Verfolgung der Verwaltungs­korruption (PEPCA) zugunsten von Chalas Guerrero.

Die Hauptangeklagten in diesem Verfahren sind die ehemaligen Minister Donald Guerrero, José Ramón Peralta und Gonzalo Castillo.

Im Rahmen der Vereinbarung gestand Chalas Guerrero die Taten ein und übergab dem dominikanischen Staat freiwillig die Summe von 20 Millionen Pesos; davon 17 Millionen in bar sowie zwei Luxusfahrzeuge mit einem geschätzten Wert von rund 3 Millionen Pesos.

Die Richterin protokollierte den vom Ministerio Público vor Gericht vorgelegten Opportunitätsgrundsatz, vertreten durch die PEPCA-Staatsanwälte Miguel Collado, Arolin Lemos, Melvin Romero und Elvira Rodríguez, am 30. Oktober 2025.

Ebenso erklärte das Gericht die Einstellung des Strafverfahrens zugunsten des ehemaligen Direktors der Behörde für Casinos und Glücksspiele und ordnete die Aufhebung der gegen ihn verhängten Zwangsmaßnahmen an. Diese bestanden aus einem Ausreiseverbot sowie einer monatlichen Meldepflicht jeweils am 30. Tag eines jeden Monats.

Während der Anhörung nahm das Gericht außerdem den Rückzug der von verschiedenen Privatpersonen sowie von der Stiftung Alfredo Nobel, Inc. gegen Chalas Guerrero eingereichten Klagen zur Kenntnis.

Die Staatsanwaltschaft trug dem Gericht vor, dass Chalas Guerrero seit der Verhängung der Zwangsmaßnahmen eine kooperative Haltung gezeigt habe.

Nach Angaben der Anklagebehörde waren die vom Beschuldigten gelieferten Informationen hilfreich, um die Beteiligung weiterer Personen an der untersuchten kriminellen Struktur aufzuklären.

Gesundheitsvorfall und Abtrennung des Verfahrens
Ein kritischer Moment im Verfahren ereignete sich am 31. Oktober 2025, als die Verteidigung von Chalas Guerrero, vertreten durch Luis Manuel De Jesús Batlle, Jonathan Ravelo und María Cristina Gullón, mitteilte, dass der Beschuldigte aufgrund eines chronischen Herzsyndroms notfallmäßig in die Klinik Corazones Unidos eingeliefert worden sei.

Angesichts dieser Situation und um den Fortgang der vorbereitenden Anhörung in Bezug auf die übrigen Mitbeschuldigten nicht zu verzögern, ordnete die Richterin die Abtrennung und gesonderte Behandlung des Verfahrens von Chalas Guerrero an.

Im Fall Calamar wurden außerdem Opportunitätsgrundsätze zugunsten von Ramón Emilio Jiménez (Mimilo) angewandt, der 715 Millionen RD$ zurückerstattete, sowie von José Arturo Ureña, der 500 Millionen RD$ übergab.

Das Ministerio Público hat die Opportunitätsgrundsätze auch in den Fällen Odebrecht, Antipulpo und Coral strategisch eingesetzt.

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