Die Regierung von Luis Abinader hat die Agentur Atrevia beauftragt, um den Reputationsschaden der Dominikanischen Republik in Spanien entgegenzuwirken, wo die Medien seit mehr als einem Jahr negative Nachrichten über das Land veröffentlichen. Atrevia ist eine in Spanien anerkannte Beratungsfirma mit großem Renommee.
Laut Ermittlungen der Polizei, Berichten von Zeitungen und Aussagen von Oppositionsparteien haben die meisten der in Korruptionsfälle verwickelten Behörden und Funktionäre der spanischen Sozialistischen Partei (PSOE) Verbindungen zur Dominikanischen Republik.
Luis Abinader traf sich Mitte Juli mit den letzten vier Botschaftern der Dominikanischen Republik in Madrid, um diese anhaltende Reputationskrise zu analysieren und Wege zu deren Bewältigung zu finden. Seriöse Medien haben sich kritisch über die Dominikanische Republik geäußert, einige davon in übertriebener Weise.
Jeder der Botschafter legte seine Sichtweise zu dieser heiklen Situation dar. Einer von ihnen schlug einen spanischen Journalisten vor, um das Problem anzugehen. Der aktuelle Botschafter und sein Vorgänger waren in den Medien nicht so aktiv wie ihre Vorgänger. Einige Monate später entschied sich die Regierung schließlich für Atrevia.
Die renommierte Journalistin Inés Aizpún hatte bereits vor eineinhalb Jahren in einem Artikel auf arecoa.com vorausgesagt, welchen Schaden die negativen Berichterstattungen über die Dominikanische Republik in der spanischen Presse anrichten würden. Die Regierung ignorierte ihre Warnungen, und die Reaktion kam nun zu spät.
Die Korruptionsfälle bringen die Dominikanische Republik in Verbindung mit Spanien als eines der bevorzugten Ziele für Politiker und andere Nutznießer, um undurchsichtige Geschäfte abzuwickeln. Der ehemalige Minister und PSOE-Funktionär José Luis Ábalos und sein Umfeld nutzten die Dominikanische Republik als Teil ihres Netzwerks.
Das Image des Landes gegenüber den spanischen Medien aufzupolieren, ist eine äußerst schwierige Aufgabe, denn das politische Klima in Spanien ist derzeit das schwierigste seit der Rückkehr zur Demokratie. Im Moment gibt es weder eine Atrevia noch irgendeine andere Agentur, die ein Übel beheben könnte, das zum Teil seinen Ursprung in der Dominikanischen Republik selbst hat.
