Der frühere Generalstaatsanwalt Francisco Domínguez Brito vermutet, dass interne Interessen und der Kampf gegen mutmaßliche Korruptionsstrukturen eine Rolle bei der Absetzung des bisherigen Polizeichefs Andrés Modesto Cruz Cruz gespielt haben könnten. Belege für einen direkten Zusammenhang legte er jedoch nicht vor.
Domínguez Brito, der für die Partido de la Liberación Dominicana (PLD) eine Präsidentschaftskandidatur anstrebt, erklärte in einem Interview mit der Grupo Panorama, Cruz Cruz habe nach seinem Amtsantritt versucht, bestehende „Mafias“ innerhalb der Nationalpolizei zu beseitigen.
Als Beispiel nannte er den sogenannten Plan Piloto zur Überprüfung von Fahrzeugen. Nach Darstellung von Domínguez Brito seien dort monatlich zwischen einer und zwei Millionen Pesos an den jeweiligen Polizeichef geflossen. Cruz Cruz habe diese Praxis nach seiner Ernennung beendet.
Die Angaben beruhen auf Aussagen des Politikers. Eine unabhängige Bestätigung der behaupteten Zahlungen oder eines Zusammenhangs mit der späteren Absetzung von Cruz Cruz wird im Ausgangstext nicht genannt.
Domínguez Brito erklärte, er habe bereits vor etwa zwei Monaten von der angeblichen Abschaffung dieser Praxis erfahren. Daraus habe sich für ihn die Vermutung ergeben, dass ein Polizeichef, der gegen solche Strukturen vorgehe, möglicherweise intern unter Druck geraten könne. Er sprach in diesem Zusammenhang von möglichen „internen Gerüchten“ beziehungsweise Auseinandersetzungen.
Der ehemalige Generalstaatsanwalt nahm die Personalentscheidung zugleich zum Anlass, grundsätzlich zu hinterfragen, ob Personen, die innerhalb staatlicher Institutionen gegen Korruption vorgehen, ausreichend politische und institutionelle Unterstützung erhalten.
Cruz Cruz war zu Wochenbeginn durch die Exekutive als Direktor der Nationalpolizei abgelöst worden. Zu seinem Nachfolger wurde Generalmajor Ernesto Rafael Rodríguez García ernannt, der zuvor als Generalinspekteur der Polizei tätig war.
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