Vom Feld zum Laden

Händler bezeichnen das Programm „Del Campo al Colmado“ als „völligen Fehlschlag“

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Das staatliche Programm „Del Campo al Colmado“, das ins Leben gerufen wurde, um die Kosten für Agrarprodukte zu senken und Hausfrauen den Zugang zu erleichtern, sei ein „völliger Fehlschlag“ – so die Kritik von Händlern.

Andrés Cosma, Präsident des Verbands der Großhändler für Lebensmittel in Santo Domingo, erklärte, dass das Projekt nie effizient strukturiert wurde und zentrale Akteure der Vertriebskette wie Groß- und Einzelhändler nicht einbezogen wurden, was zu einem logistischen Kollaps geführt habe, der nicht tragbar sei.

„Wir im Großhandel haben immer gesagt, dass dieses Programm nicht funktionieren wird, solange nicht alle Glieder der Kette einbezogen werden: vom Feld über den Großhandel bis zum Einzelhandel, damit die Produkte letztlich auch bei den Hausfrauen ankommen“, sagte Cosma.

Obwohl das Programm seit Jahren laufe, sei es laut Cosma nie über Gegenden wie Los Alcarrizos im Westen von Santo Domingo hinausgekommen – wegen der hohen Betriebskosten und dem Fehlen eines effizienten Logistiknetzes.

„Das logistische Problem ist kaum zu bewältigen, denn die Produkte gehen vom Feld zum Merca Santo Domingo, aber von dort aus gibt es keine Struktur, um die Lieferwagen in die verschiedenen Stadtteile der Großregion Santo Domingo zu verteilen“, kritisierte er.

Zudem habe die Ausgrenzung des Großhandels die Reichweite des Programms stark eingeschränkt, da Großhändler strategisch in der Nähe von Colmados (kleine Lebensmittelläden) sowie von kleinen und mittleren Betrieben positioniert seien – was die Verteilung der subventionierten Waren erleichtert hätte.

„Das hätte dazu geführt, dass die Hausfrauen schnell von diesem Service profitiert hätten“, sagte Cosma. „Doch das war nicht möglich. Das Ganze blieb ein theoretisches Konzept, das nur verkauft wurde.“

Auch Alberto Leroux, Präsident des Nationalen Rats für den Lebensmittelhandel (CNCP), warnte, dass ein großer Teil der Waren aufgrund logistischer Mängel verdorben sei.

„Ein Großteil dieser Waren liegt immer noch da – verdorben, weil es keine Logistik dafür gab“, beklagte er.

„Del Campo al Colmado“ wurde im April 2023 von der Regierung vorgestellt, um eine direkte Verbindung zwischen landwirtschaftlichen Erzeugern und Konsumenten zu schaffen, Zwischenhändler auszuschalten und faire Preise für Grundnahrungsmittel zu fördern.

Beide Händler äußerten sich zu dem Programm am Dienstag beim „Desayuno del Listín Diario“.