Nur 14,2 Prozent der Unternehmen werden von Frauen geleitet

Herausforderungen bei der Gleichberechtigung in der Dominikanischen Republik

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Ein Bericht des Nationalen Statistikamts (Oficina Nacional de Estadísticas, ONE) der Dominikanischen Republik hat heute eine ausgeprägte geschlechtsspezifische Kluft in der Unternehmensführung des Landes offenbart – ein Missstand, der auch in anderen Bereichen der Gesellschaft zu beobachten ist.

Der Bericht stützt sich auf Daten der Nationalen Umfrage zur Wirtschaftstätigkeit 2024 und kommt zu dem Schluss, dass nur 14,2 Prozent der Unternehmen von Frauen geleitet werden. Von diesen Frauen verfügt weniger als die Hälfte über einen Hochschulabschluss.

Die Dominikanische Republik steht vor zahlreichen strukturellen Hürden auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit. Dazu zählen unter anderem das hohe Ausmaß an geschlechtsspezifischer Gewalt sowie die hohe Zahl an Femiziden.

Laut Angaben der Staatsanwaltschaft weist das Land eine der höchsten Femizidraten in Lateinamerika und der Karibik auf – mit 438 gemeldeten Fällen in den letzten fünf Jahren. In 85 Prozent dieser Fälle gab es zuvor keine Anzeige, was auf erhebliche Mängel in den Schutz- und Justizsystemen hinweist.

Auch die Lohnungleichheit und der erschwerte Zugang zu Krediten tragen zur bestehenden Ungleichheit bei. Hinzu kommt ein sehr niedriges Niveau in der sexuellen und reproduktiven Aufklärung, was sich unter anderem in einer hohen Rate von Teenagerschwangerschaften und mütterlicher Sterblichkeit widerspiegelt.

Armut und eine hohe Belastung durch unbezahlte Hausarbeit wirken sich ebenfalls negativ auf die Lebenssituation dominikanischer Frauen aus. Offizielle Daten zeigen, dass Frauen deutlich mehr Zeit für unbezahlte Tätigkeiten wie Haus- und Pflegearbeit aufwenden als Männer – was ihre berufliche Entwicklung erheblich einschränkt.

Die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit in der Dominikanischen Republik erfordert einen umfassenden, sektorübergreifenden Ansatz, der die Bereiche Gewalt, Wirtschaft, Gesundheit und Bildung adressiert – unter aktiver Beteiligung von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.