Der pensionierte General Juan Manuel Méndez erklärte, dass er in den 20 Jahren, in denen er das Zentrum für Notfalloperationen (COE) leitet, noch nie ein Naturphänomen mit einem derart unbeständigen Verhalten erlebt habe wie den Sturm Melissa, der seit mehreren Tagen die Dominikanische Republik beeinträchtigt und weiterhin Überschwemmungen verursacht.
Méndez rief die Bevölkerung dazu auf, wachsam zu bleiben, da Melissa an diesem Freitag ein noch unberechenbareres Verhalten zeige als am Vortag. Da die Böden bereits stark durchnässt seien, werde der Sturm beim Annähern an Haiti weitere Überschwemmungen im dominikanischen Gebiet verursachen.
„Dieses Wetterereignis bewegt sich näher in Richtung Haitis, und deshalb werden die Regenfälle in unserem Land noch stärker zu spüren sein, da sie sich im östlichen Quadranten des Systems befinden. Wir müssen sehr aufmerksam bleiben, denn wenn die Böden gesättigt sind, verwandelt sich jeder neue Niederschlag sofort in Oberflächenwasser. Alles fließt dann so stark ab, dass wir – wenn wir bisher nach zwei oder drei Stunden Regen Überschwemmungen hatten – nun schon nach einer halben Stunde Platzregen dieselben Szenen erleben werden wie gestern“, erklärte Méndez.
Er zeigte sich besorgt und appellierte erneut an die Bevölkerung, die offiziellen Mitteilungen zu verfolgen und keine Risiken einzugehen.
„In den 20 Jahren, in denen ich hier an der Spitze des COE stehe, habe ich so etwas noch nie gesehen. Noch nie. Das Verhalten dieses Wetterphänomens, seine aktuelle Entwicklung und die Richtung, in die es zieht – das bereitet uns ehrlich gesagt Sorge. Und diese Sorge möchten wir an die Bevölkerung weitergeben, damit sie zu Hause bleibt“, sagte Méndez.
Der Aufruf richtet sich insbesondere an die Bewohner der Provinzen, die unter roter oder gelber Warnstufe stehen, aber auch an den Rest des Landes, der aufmerksam bleiben solle, da die Regenfälle noch mehrere Tage andauern werden. „Man muss sehr vorsichtig sein“, mahnte er.
Das Zentrum für Notfalloperationen (COE) hat derzeit 12 Provinzen unter rote Alarmstufe gestellt: Barahona, San Cristóbal, Santo Domingo, den Nationaldistrikt, San José de Ocoa, San Juan, Azua, Peravia, La Romana, San Pedro de Macorís, Monte Plata und Pedernales.
Unter gelber Warnstufe stehen La Vega, Hato Mayor, El Seibo, Samaná, Monseñor Nouel, Sánchez Ramírez, La Altagracia, Elías Piña, Independencia und Bahoruco.
Die Provinzen María Trinidad Sánchez, Santiago und Duarte befinden sich unter grüner Warnstufe.
