Nach dem Tod von Lirisset Ventura Brito am 8. April haben Kiara Lirisset Lantigua Ventura und Luissana Rolisset Grullón Ventura eine neue Strafanzeige mit zivilrechtlicher Klage gegen die Eigentümer des bekannten Nachtclubs Jet Set, den Ayuntamiento del Distrito Nacional (ADN) sowie den dominikanischen Staat eingereicht.
Die Klage, die auf 100 Millionen dominikanische Pesos (RD$ 100.000.000,00) lautet, richtet sich namentlich gegen Antonio Espaillat López und Ana Grecia López, Inhaber der Firma Inversiones E y L, S.R.L., sowie gegen die genannten staatlichen Institutionen.
Laut dem Anwalt Jean Cristofer Pérez handelt es sich bei dem Vorfall um ein klassisches Beispiel für fahrlässige Tötung, wie sie im Artikel 319 des Dominikanischen Strafgesetzbuches beschrieben ist.
„Der dominikanische Staat und die Stadtverwaltung von Santo Domingo haben ihre verfassungsmäßige und gesetzliche Pflicht zur Gewährleistung der Sicherheit der Bürger sträflich vernachlässigt. Durch das Versäumnis, gut besuchte Einrichtungen wie Diskotheken zu kontrollieren und zu beaufsichtigen, wurden die Bedingungen geschaffen, unter denen diese Tragödie überhaupt erst möglich war“, erklärte der Anwalt.
Die Kläger argumentieren, dass der Staat mit diesem Versäumnis Artikel 8 der Verfassung verletzt habe, der das Recht auf Leben und Sicherheit schützt. Es seien keine wirksamen Maßnahmen zur Überwachung und Prävention in Veranstaltungsstätten eingeführt oder umgesetzt worden.
Auch die Stadtverwaltung des Distrito Nacional wird der Nachlässigkeit beschuldigt, da sie Jet Set trotz gesetzlicher Verpflichtung laut Gesetz 176-07 nicht inspiziert oder sanktioniert habe.
„Wenn ein baufälliges oder schlecht gewartetes Gebäude den Tod eines Menschen verursacht, müssen die direkten und indirekten Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Es handelt sich nicht nur um einen Fehler, sondern um eine Kette von Pflichtverletzungen, die ein Menschenleben gekostet hat“, ergänzte Pérez.
Die Klage stützt sich zudem auf Artikel 1382, 1383 und 1384 des Zivilgesetzbuchs, die die zivilrechtliche Haftung für Schäden regeln, die durch unter Aufsicht stehende Gegenstände entstehen.
Mit dieser Klage wollen die Betroffenen ein Signal gegen institutionelle Nachlässigkeit und Straflosigkeit setzen und die uneingeschränkte Achtung des Rechts auf Leben einfordern.
