Seit der Covid-19-Pandemie haben die Eheschließungen im Land abgenommen, was dazu geführt hat, dass sich derzeit mehr Menschen scheiden lassen als heiraten. Diese Entwicklung könnte die Familienstruktur und die Dynamiken von Partnerschaften in der dominikanischen Gesellschaft beeinflussen.
Tatsächlich sind nur 16,0 % der Bevölkerung formell verheiratet, entweder vor den Standesbehörden oder durch eine katholische oder andere religiöse Autorität.
Die Altersgruppe, die diese Art von Verbindung am häufigsten eingeht, ist 55 Jahre oder älter, was darauf hinweist, dass sich die Jüngeren seltener für die Ehe entscheiden.
Laut dem Nationalen Statistikamt (ONE) zeigt die ENHOGAR-2024, dass nur 1,8 % der jungen Menschen zwischen 20 und 24 Jahren verheiratet sind. Die Werte steigen jedoch mit dem Alter: 12,4 % der Dominikaner zwischen 30 und 34 sind verheiratet; 17,7 % der 35- bis 39-Jährigen und 19,0 % der 40- bis 44-Jährigen sind verheiratet.
Auch das familiäre sozioökonomische Niveau wirkt sich auf die Eheschließungen aus: Personen aus der oberen Mittelschicht (20,1 %) oder der Oberschicht (35,1 %) heiraten häufiger als Menschen mit niedrigem (8,2 %) oder sehr niedrigem (5,6 %) Einkommen.
Der Familienstand ist laut ONE ein wichtiger Faktor für die Fruchtbarkeit, da er Auswirkungen auf die Beteiligung von Frauen an Bildung und Arbeitsmarkt, auf Sozialhilfe, Wohnungsprobleme, den Konsum bestimmter Güter und Dienstleistungen und andere Bereiche hat.
Außerdem sind 24,6 % der dominikanischen Bevölkerung ledig, wobei die Mehrheit aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 29 Jahren besteht. 30,8 % leben in einer freien Lebensgemeinschaft, und 18,9 % sind aus einer solchen Verbindung getrennt.
Frühe Verbindungen
Obwohl Kinderehen in der Dominikanischen Republik seit 2021 durch das Gesetz Nr. 1-21 verboten sind, ist dieses Phänomen für einen Teil der Kinder und Jugendlichen weiterhin Realität.
Die ONE erklärt, dass Frauen, die sich vor dem 18. Lebensjahr binden, tendenziell mehr Kinder haben als jene, die später heiraten oder eine Verbindung eingehen, und zudem weniger wahrscheinlich Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung im Bereich der Müttergesundheit haben.
1,7 % der Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren gaben an, dass sie vor ihrem 15. Geburtstag zum ersten Mal verheiratet waren oder eine Lebensgemeinschaft eingegangen sind.
