Das dominikanische Parteiensystem steht nach einer aktuellen Umfrage von ACD Media unter deutlichem Druck. Zwar bleibt die Regierungspartei Partido Revolucionario Moderno (PRM) politisch vorn, doch die Mehrheit der Befragten fühlt sich keiner Partei verbunden.
Nach den Ergebnissen der Nationalen Meinungsumfrage, die vom 23. bis 25. Mai unter 1.200 Personen durchgeführt wurde, gaben 55 Prozent der Teilnehmer an, mit keiner politischen Organisation zu sympathisieren. Nur 45 Prozent erklärten, sich einer Partei verbunden zu fühlen.
Unter den Befragten mit Parteipräferenz liegt der PRM mit 22,6 Prozent vorn. Dahinter folgen der Partido de la Liberación Dominicana (PLD) mit 10,9 Prozent und Fuerza del Pueblo mit 9,9 Prozent. Die Zahlen zeigen einerseits die stärkere Ausgangslage der Regierungspartei, andererseits aber auch eine deutliche Fragmentierung und eine wachsende Distanz vieler Bürger zu den etablierten politischen Strukturen.
PRM bleibt bei Wahlabsicht vorn
Auch bei der hypothetischen Wahlabsicht bleibt der PRM stärkste Kraft. Wären heute Wahlen, käme die Regierungspartei laut ACD Media auf 31,6 Prozent. Fuerza del Pueblo würde 26,5 Prozent erreichen, der PLD 20,1 Prozent.
Damit liegt der PRM weiterhin vor den beiden wichtigsten Oppositionsparteien. Zugleich zeigt die Umfrage aber, dass das oppositionelle Lager zusammen stärker wäre als die Regierungspartei, derzeit jedoch auf mehrere politische Blöcke verteilt ist.
Vertrauen in große Parteien bleibt schwach
Die Studie macht auch deutlich, dass das Vertrauen in die wichtigsten Parteien begrenzt ist. Beim PRM erklärten 43,9 Prozent der Befragten, keinerlei Vertrauen in die Organisation zu haben. Demgegenüber äußerten 34,4 Prozent viel oder etwas Vertrauen.
Ähnliche Werte zeigt Fuerza del Pueblo: 40,7 Prozent gaben an, der Partei nicht zu vertrauen, während 37,1 Prozent ein gewisses Maß an Vertrauen äußerten.
Der PLD verzeichnet in der Umfrage den höchsten relativen Ablehnungswert unter den drei großen Parteien. 44,5 Prozent der Befragten erklärten, kein Vertrauen in die Organisation zu haben. 33,7 Prozent sprachen dem PLD viel oder etwas Glaubwürdigkeit zu.
Die Ergebnisse deuten auf ein politisches Umfeld hin, das weiterhin von drei großen Kräften geprägt wird, zugleich aber durch nachlassende Parteibindung, Misstrauen und wechselhafte Wählerpräferenzen gekennzeichnet ist. Für die Parteien dürfte es damit wichtiger werden, ungebundene und enttäuschte Wähler zu erreichen.
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