UN-Rat billigt internationale Truppe für Haiti

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Der UN-Sicherheitsrat hat am Montag die Entsendung einer multinationalen Truppe zur Unterstützung der haitianischen Polizei für ein Jahr (mit Verlängerungsmöglichkeit) gebilligt, nachdem die dominikanische Regierung wiederholt darum gebeten hatte und auch die haitianische Regierung ein Jahr zuvor darum gebeten hatte.

Die multinationale Sicherheitsunterstützungsmission (MSS) wurde mit 13 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen (China und Russland) genehmigt, wobei es unter den 15 Ratsmitgliedern keine Gegenstimmen gab – ein seltenes Ereignis in den letzten Zeiten großer geopolitischer Spaltungen.

ENTSCHEIDUNG ALS HISTORISCH BEZEICHNET

Es handelt sich um einen als historisch bezeichneten Beschluss, der von der haitianischen Regierung selbst gefordert wurde, um die Gewalt krimineller Banden einzudämmen.

Ziel ist es, die Sicherheit kritischer Infrastrukturen und lebenswichtiger Verkehrsknotenpunkte wie Flughäfen, Häfen, Schulen, Krankenhäuser und strategischer Kreuzungen zu gewährleisten, wie die UNO betont.

Die Mission, die formell keine UN-Mission ist, wird dazu beitragen, den ungehinderten und sicheren Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewährleisten, die Millionen von Haitianern benötigen, so die UN. Die Mission wird zwölf Monate laufen, wobei noch kein Einsatzdatum festgelegt wurde.

MISSION UNTER KENIANISCHER LEITUNG

Die Mission wird von Kenia geleitet, das tausend Polizeibeamte zur Verfügung gestellt hat, und wird laut CNN auch Truppen aus anderen karibischen Ländern wie den Bahamas, Antigua und Barbuda und Jamaika umfassen. Andere Länder wurden zur Teilnahme eingeladen.

Jean-Junior Joseph, ein Berater des haitianischen Premierministers Ariel Herny, begrüßte die Genehmigung der Mission. „Wir freuen uns auf die Mission zur Bekämpfung der allgemeinen Unsicherheit“, sagte er gegenüber CNN.

Die UNO erinnert daran, dass in Haiti in diesem Jahr bisher mehr als 3.000 Menschen getötet wurden und es mehr als 1.500 Fälle von Entführungen zur Erpressung von Lösegeld gibt. Etwa 200.000 Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen, und die sexuellen Übergriffe bewaffneter Gruppen auf Frauen und Mädchen nehmen weiter zu. Zehntausende von Kindern können nicht zur Schule gehen.