Die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH-RD) stellte am Donnerstag ihren Jahresbericht für 2025 vor, in dem sie ein besorgniserregendes Bild zeichnet.
Auf einer Pressekonferenz erklärte der Präsident der Organisation, Manuel María Mercedes, dass das Jahr von außergerichtlichen Hinrichtungen, massiven Deportationen, Zwangsräumungen, Überbelegung in Gefängnissen und schweren Verstößen gegen die Rechte besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen geprägt gewesen sei.
Der Bericht basiert nach seinen Angaben auf Interviews mit 450 Personen, 65 direkten Zeugenaussagen sowie auf territorialem Monitoring in verschiedenen Provinzen des Landes.
SCHUSSWECHSEL UND HINRICHTUNGEN
Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr 205 mutmaßliche außergerichtliche Hinrichtungen registriert, von denen vor allem junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren aus armen Bevölkerungsgruppen betroffen waren.
Die CNDH-RD warnt vor einem systematischen Muster bei der Verwendung der Formel „Schusswechsel“ als offizielle Begründung für Todesfälle durch staatliche Sicherheitskräfte.
ABSCHIEBUNGEN OHNE RECHTSVERFAHREN
Im Bereich Migration dokumentierte die Organisation nach eigenen Angaben mehr als 379.553 Deportationen im Jahr 2025. Viele davon seien ohne rechtsstaatliches Verfahren durchgeführt worden und gingen mit Praktiken des „racial profiling“ einher, die insbesondere haitianische Staatsangehörige sowie Dominikaner haitianischer Abstammung überproportional betreffen.
Zudem wurde die Festnahme schwangerer Frauen in Krankenhäusern sowie die Trennung von Familien kritisiert.
KRISE IM GEFÄNGNISSYSTEM
Auch die Krise im Gefängnissystem nimmt im Bericht einen zentralen Platz ein. Derzeit weist das Gefängnissystem eine Überbelegung von mehr als 150 % auf, wobei sich über 63 % der Inhaftierten in Untersuchungshaft befinden. Die Bedingungen der Überfüllung, mangelnden Hygiene und allgemeinen Prekarität verletzten weiterhin die Menschenwürde.
Mercedes erklärte außerdem, dass die CNDH-RD im Bereich Wohnen mehr als 150 Familien begleitet habe, die von Zwangsräumungen betroffen waren, die ohne gerichtliche Garantien und ohne Alternativen zur Umsiedlung durchgeführt wurden, wodurch sich die soziale Ausgrenzung weiter verschärfe.
Dem Bericht zufolge verfügen mehr als eineinhalb Millionen Dominikaner nicht über angemessenen Wohnraum.
„Die Achtung der Menschenrechte darf weder optional noch selektiv sein. Ohne Gerechtigkeit, ohne Gleichheit und ohne Würde ist keine Demokratie möglich“, erklärte die Organisation.
