Zwei Gruppenvergewaltigungen („en manada“) – eine in Villa González an einer 21-jährigen Frau und eine weitere in San Francisco de Macorís an einer 13-jährigen Jugendlichen – haben die dominikanische Gesellschaft erschüttert.
In den laufenden Gerichtsverfahren sitzen sechs Beschuldigte im Fall der 21-Jährigen in Haft. Im Fall der 13-Jährigen wurden bereits zwei Erwachsene inhaftiert, während drei Minderjährige noch auf eine Entscheidung über Zwangsmaßnahmen warten. Vor diesem Hintergrund hat Listín Diario die offiziellen Statistiken zu Sexualdelikten recherchiert.
Laut den Daten der Generalstaatsanwaltschaft wurden im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 31.908 Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer, häuslicher Gewalt und Sexualdelikten registriert. Davon entfallen 3.329 auf Sexualdelikte und 28.579 auf geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt.
Die Gewalt nach Geschlecht – physisch, verbal und psychologisch – summierte sich auf 10.253 Fälle (3.746 physische Gewalt und 6.507 verbale/psychologische Gewalt).
Bei häuslicher Gewalt war die häufigste Form physische Gewalt mit 6.948 Anzeigen, gefolgt von verbaler und psychologischer Gewalt mit 11.175 sowie 203 Fällen von Vermögensgewalt.
In diesem Zusammenhang wurden 18.387 Schutzanordnungen erlassen.
Sexualdelikte
Von den 3.329 Anzeigen wegen Sexualdelikten entfielen:
- 1.043 auf sexuelle Aggression,
- 583 auf Vergewaltigung,
- 438 auf Belästigung,
- 965 auf Verführung Minderjähriger,
- 257 auf Inzest,
- 43 auf Exhibitionismus.
Die meisten Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer, häuslicher Gewalt und Sexualdelikten wurden in Santo Domingo Este registriert – insgesamt 9.397. Davon entfielen 260 auf sexuelle Aggression, 62 auf Vergewaltigung, 199 auf sexuelle Belästigung, 308 auf Verführung und 148 auf Inzest.
Es folgen Santiago mit 3.118 Anzeigen, Santo Domingo Oeste mit 2.614, San Cristóbal mit 2.084, Puerto Plata mit 1.535, San Francisco de Macorís mit 1.160, San Juan de la Maguana mit 973 und La Romana mit 958.
Experten weisen darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der sexuellen Übergriffe über den offiziellen Statistiken liegt, da viele Opfer aus Angst vor Stigmatisierung, Scham oder Schuldzuweisungen keine Anzeige erstatten.
