Handwerkssektor konsolidiert sich als bedeutender kultureller, wirtschaftlicher und touristischer Motor

Dominikanische Handwerkskunst erzielt zwischen 2020 und 2024 Exporteinnahmen von über 160 Millionen US-Dollar

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Die Exporte lokaler Handwerksprodukte haben zwischen 2020 und 2024 Einnahmen in Höhe von 160,3 Millionen US-Dollar generiert, wie Daten des Zentrums für Export und Investitionen der Dominikanischen Republik (ProDominicana) zeigen. Damit konsolidiert sich der Handwerkssektor als bedeutender kultureller, wirtschaftlicher und touristischer Motor des Landes.

Das höchste Exportvolumen wurde 2021 mit 49,6 Millionen US-Dollar verzeichnet, gefolgt von 2020 mit 30,2 Millionen US-Dollar. Zwischen Januar und Mai 2025 meldete die Geschäftsführerin von ProDominicana, Biviana Riveiro, Exporte im Wert von 9,9 Millionen US-Dollar. Zwar habe der Sektor in den letzten Jahren einen leichten Rückgang erlebt, doch die Zahlen belegten sein Potenzial als Devisenbringer und als Förderer der kulturellen Identität auf internationalen Märkten.

„Die dominikanische Handwerkskunst steht in enger Verbindung mit dem Tourismus, da Besucher Erinnerungsstücke suchen, die die lokale Kultur widerspiegeln. Produkte wie Larimar, Bernstein, Taino-Keramik, Flechtwaren oder Holzschnitzereien bereichern nicht nur die touristische Erfahrung, sondern stärken auch die Marke des Landes und fördern einen nachhaltigen Tourismus“, erklärte Riveiro gegenüber elDinero.

Darüber hinaus trage der Sektor direkt zum touristischen Konsum bei, verbessere die Handelsbilanz und schaffe Mehrwert für dominikanische Reiseziele. Sozial und wirtschaftlich gesehen sichere er das Einkommen von Tausenden Handwerkern – viele davon Frauen als Familienoberhäupter –, fördere Selbstständigkeit und Inklusion benachteiligter Gemeinschaften, belebe die lokalen Volkswirtschaften in ländlichen und touristischen Regionen und helfe, das immaterielle Kulturerbe zu bewahren.

Laut ProDominicana gehörten 2024 handwerkliche Produkte aus Materialien wie Kunststoff, Eisen, Keramik, Glas, Aluminium und Edelmetallen zu den meist exportierten. Die drei führenden Kategorien waren: Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff (23,8 %), Schmiedeeisen- und Stahlwaren (21,1 %) sowie dekorative Figuren aus Keramik (13,0 %). Zusammen machten sie mehr als die Hälfte der Gesamtexporte aus.

Hauptzielmärkte

Die dominikanische Handwerkskunst ging 2024 vor allem nach Haiti (36,4 %), in die USA (25,7 %) und nach Puerto Rico (14,4 %), die zusammen mehr als 76 % der Exporte ausmachten. Weitere Nachfrage bestand in Märkten wie Japan, Jamaika, Deutschland und Kanada sowie in Ländern wie Kolumbien, Israel, Spanien und mehreren Karibikinseln, was die zunehmende Internationalisierung des Sektors belegt.

Maßnahmen für Handwerks-MIPYMES

Riveiro hob hervor, dass ProDominicana verschiedene gezielte Maßnahmen umsetzt, um mehr Mikro-, Klein- und Mittelunternehmen (MIPYMES) aus dem Handwerksbereich bei der Erschließung internationaler Märkte zu unterstützen. „Diese Initiativen basieren auf den Säulen Ausbildung, Handelsförderung, technische Begleitung und Handelserleichterung“, betonte sie.

Dazu gehören Workshops, Schulungen und Programme für Handwerksbetriebe zu zentralen Themen wie Marktanalyse und -auswahl, internationale Normen und Vorschriften, Verpackung, Etikettierung und Zertifizierungen, Kalkulation von Exportpreisen, Kosten- und Logistikmanagement sowie Marken- und Patentrechte.

Auch die Teilnahme an internationalen Messen und Geschäftstreffen wird gefördert, darunter Expo Dubai, HUB Cámara Santo Domingo und Agroalimentaria.

Außerdem werden Handwerksunternehmen in den Katalog des dominikanischen Exportangebots aufgenommen und erhalten Zugang sowie Beratung zur Nutzung von Datenbanken wie Prointeligencia, Trade Map oder Market Access Map. Diese Plattformen ermöglichen die Identifizierung potenzieller Nachfrage, Wettbewerber, Zölle, technischer Handelshemmnisse und vieles mehr. Ebenso wird die Vernetzung mit Partnerinstitutionen unterstützt.