Es werden bereits Standorte für weitere Müllverwertungsanlagen gesucht

Der Großraum Santo Domingo erreicht Müllmengen, die ursprünglich für 2030 prognostiziert waren

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Das starke Bevölkerungswachstum im Großraum Santo Domingo hat dazu geführt, dass täglich rund 6.000 Tonnen Abfälle anfallen – eine Menge, die ursprünglich erst für das Jahr 2030 erwartet worden war.

Dies teilte Armando Paíno Henríquez, Umweltminister, mit. Er hob hervor, dass dieser Anstieg auf Veränderungen der Konsumgewohnheiten, den Boom von Lieferdiensten sowie die Belebung der wirtschaftlichen Aktivität zurückzuführen sein könnte.

Er erinnerte daran, dass Duquesa neben den Auswirkungen auf Gesundheit und das städtische Umfeld auch für die Verschmutzung des Einzugsgebiets des Flusses Isabela verantwortlich ist, der täglich etwa 500 Tonnen dieser Abfälle aufnimmt.

In diesem Zusammenhang kündigte der Minister an, dass das Ausschreibungsverfahren für die Phase des technischen Abschlusses der Deponie abgeschlossen sei. Die Arbeiten sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres beginnen.

Dies erfolgt mit Unterstützung der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), des Büros für spanische Zusammenarbeit sowie der Japanischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit (JICA).

„Ich kann mit Stolz sagen, dass wir ein Management umsetzen werden, das das schlimmste Umweltdesaster der Dominikanischen Republik beheben wird“, erklärte der Minister während des Mittagessens der Mediengruppe Corripio.

Verwertungsanlagen

Um der wachsenden Abfallmenge zu begegnen, hat das Ministerium drei strategische Standorte für den Bau von Verwertungsanlagen im Großraum Santo Domingo identifiziert.

Er nannte Haina, La Cuaba und Gautier. Diese Anlagen sollen offene Müllkippen beseitigen und Abfälle in Energie oder verwertbare Materialien umwandeln.

Waldfläche

Der Vizeminister für Küsten- und Forstressourcen, José Elías González, erklärte, dass das Land über eine Waldflächenabdeckung von 44,3 % verfüge – ein historischer Fortschritt im Vergleich zu lediglich 10 % in den 1960er- und 1970er-Jahren. Er sagte, dieses Wachstum sei das Ergebnis jahrzehntelanger öffentlicher Umweltschutzpolitik und kontinuierlicher Aufforstungspläne.

Er betonte, dass der Nationale Aufforstungsplan, der nun fast zwei Jahre läuft, seine ursprünglichen Ziele übertroffen habe. Während ursprünglich die Pflanzung von etwa 220.000 Tareas Wald vorgesehen war, seien bislang 424.276 Tareas bepflanzt worden, mit mehr als 23 Millionen Pflanzen.

Er stellte klar, dass dabei die Flächen, die durch natürliche Regeneration – insbesondere in Schutzgebieten – zurückgewonnen wurden, noch nicht eingerechnet seien.

Er erwähnte, dass es trotz der Fortschritte kritische Zonen gebe, die sofortiges Eingreifen erforderten, wie die Sierra de Neiba, wo illegale Holzgewinnung und Abholzung zu Erosionsproblemen und zum Verlust der Bodenpermeabilität geführt hätten.

In der Südregion zeigten Gebiete rund um den Staudamm Sabana Yegua hohe Abholzungsraten, während in Constanza und Valle Nuevo weiterhin historische Herausforderungen der Umweltwiederherstellung bestünden.

Förderung von Investitionen

Minister Paíno Henríquez hob zudem die Einführung von Kohlenstoffmärkten und grünen Anleihen hervor, die Investitionen in forstwirtschaftliche und nachhaltige Projekte fördern. In den vergangenen zwei Jahren habe die Dominikanische Republik grüne Anleihen im Wert von 750 Millionen US-Dollar emittiert, die auf nachhaltigen Verkehr und Energie ausgerichtet seien, und sich damit als regionaler Referenzpunkt im Bereich der Umweltfinanzierung etabliert.

„Die Umwelt ist kein Luxus und kein Hobby; sie ist die einzige Garantie für die Nachhaltigkeit unserer Landwirtschaft, unseres Tourismus und unserer Lebensqualität“, erklärte der Beamte und betonte, dass die Wiederherstellung der Wälder auch eine wirtschaftliche Chance darstelle.

Holzimporte

José Elías Bueno erklärte seinerseits, dass das Land derzeit Holz und Forstprodukte im Wert von mehr als 800 Millionen US-Dollar importiere.

Er sagte, das Ministerium arbeite in Zusammenarbeit mit internationaler Kooperation und lokalen Universitäten daran, die Programme zur Aufforstung und Forstbewirtschaftung zu stärken, mit dem Ziel, dass Projekte zur Kohlenstoffbindung und zur grünen Wirtschaft zu einem Motor für eine nachhaltige Entwicklung der Dominikanischen Republik werden.

Erteilte Genehmigungen

In diesem Jahr seien mehr als 6.000 Umweltlizenzen und -genehmigungen registriert worden – eine historische Zahl, die nahezu doppelt so hoch sei wie das Vorkrisenniveau vor der Pandemie, als 2019 lediglich zwischen 2.200 und 2.300 Genehmigungen erteilt worden seien. Dies gab Minister Armando Paíno Henríquez bekannt.

Ebenso erklärte der Minister, dass dieses Genehmigungsvolumen in diesem Jahr die Freigabe von Umweltprojekten im Umfang von rund 20 Milliarden US-Dollar ermöglicht habe.

Geringes Budget — Einschränkung

Das Umweltministerium arbeitet mit einem Jahresbudget von 6 Milliarden dominikanischen Pesos, was laut Angaben von Minister Henríquez die Einstellung zusätzlichen Personals sowie die Abdeckung weiterer Wald- und Küstengebiete im Land einschränkt.

Foto(s):eldia.com.do
Quelle:eldia.com.do