In Santo Domingo integriertes System: 35 Peso für Metro, Seilbahn und Bus

Der öffentliche Verkehr in der Dominikanischen Republik gehört zu den günstigsten der Region

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Als Schlüsselfaktor für die Wirtschaft und den Alltag der Lateinamerikaner nimmt der öffentliche Verkehr einen zentralen Platz in den Hauptstädten Lateinamerikas und der Karibik ein.

Obwohl er in vielen Städten mit strukturellen Problemen konfrontiert ist, wie hoher Verkehrsüberlastung, Informalität, Unzufriedenheit der Nutzer und begrenzten Möglichkeiten zur Finanzierung neuer Infrastrukturen, bleibt er ein wesentlicher Dienst für das Funktionieren der Städte. Darauf weist die Interamerikanische Entwicklungsbank (BID) hin, die seine Rolle für soziale Inklusion, Produktivität und ökologische Nachhaltigkeit hervorhebt.

Nach Angaben der Institution ermöglicht der öffentliche Verkehr eine gerechtere Verbindung der Bevölkerung mit wirtschaftlichen und sozialen Chancen und reduziert territoriale sowie einkommensbezogene Ungleichheiten.

Aus produktiver Sicht trägt er, indem er Mobilität auf Verkehrsmittel mit hoher Kapazität konzentriert und Straßenraum freisetzt, dazu bei, tägliche Wege zu verkürzen und verlässlicher zu machen, die Pünktlichkeit am Arbeitsplatz zu verbessern und städtische Logistikkosten zu senken, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der Städte gestärkt wird. Dennoch stehen diese Systeme vor einer wachsenden Finanzierungslücke, da sie von Fahrgeldern und öffentlichen Subventionen abhängig sind.

Doch wie viel kostet der Zugang zum öffentlichen Verkehr in der Region tatsächlich und welches System wird im Gegenzug angeboten? Von einem einheitlichen Preis kann keine Rede sein, denn Ticketpreise und verfügbare Infrastruktur unterscheiden sich von Land zu Land, selbst bei ähnlichen Diensten wie Metro oder Stadtbahn.

Metro

Unter den Städten, die eine Metro als Haupt- und einziges System betreiben, positioniert sich Caracas als die günstigste der Region mit Kosten von lediglich 0,19 US-Dollar, aufgrund einer Subventionspolitik, die den Preis unter dem regionalen Durchschnitt hält. Es folgen Quito in Ecuador und Panama-Stadt, wo der Zugang zur Metro 0,35 US-Dollar kostet, womit sie zu den erschwinglichsten schienengebundenen Optionen Lateinamerikas zählen.

Lima in Peru liegt mit 0,42 US-Dollar pro Fahrt im Mittelfeld, während Mexiko-Stadt trotz eines der ausgedehntesten Netze des Kontinents den Preis auf 0,72 US-Dollar anhebt. Am oberen Ende dieser Gruppe steht Buenos Aires in Argentinien, wo das Metroticket 0,86 US-Dollar kostet und damit das teuerste Schienensystem in dieser Kategorie darstellt.

Integrierte Systeme

Eine zweite Gruppe bilden Städte, in denen die Metro durch andere integrierte Verkehrssysteme ergänzt wird, was die städtische Abdeckung erweitert, aber auch die Fahrpreise beeinflusst. In diesem Segment weist Santo Domingo eine regionale Besonderheit auf. Für 0,55 US-Dollar erhält der Nutzer Zugang nicht nur zur Metro, sondern auch zur Seilbahn und zu Bussen im Rahmen eines integrierten Systems.

Im Vergleich zu ähnlichen Systemen dieser Kategorie positioniert es sich als das günstigste der Region. Selbst bei ausschließlicher Nutzung der Metro würde das karibische Land mit nur 0,31 US-Dollar zu den günstigsten gehören, lediglich übertroffen von Venezuela.

Weiter oben in der Tarifskala befindet sich Rio de Janeiro in Brasilien mit etwa 0,82 US-Dollar, was Metro, Züge und andere Verkehrsmittel wie Fähren einschließt. Santiago de Chile verzeichnet eine der höchsten Tarife der Gruppe mit 0,88 bis 0,97 US-Dollar, während Medellín 0,91 US-Dollar erreicht und im Gegenzug eines der umfassendsten Systeme der Region bietet, das Metro, Straßenbahn und Seilbahnen kombiniert.

Länder ohne Metro

Außerhalb der Schienengruppe stehen Städte, die auf Massenverkehrssysteme ohne Metro setzen, die zwar nicht direkt in der Kapazität konkurrieren, aber als regionaler Vergleich dienen.

Guatemala zeichnet sich durch den niedrigsten Fahrpreis aus, mit 0,13 US-Dollar im Transmetro-System auf Basis von Schnellbussen. El Salvador hält Tarife zwischen 0,20 und 0,35 US-Dollar, während Bolivien seine städtische Seilbahn in La Paz für 0,43 US-Dollar anbietet.

In Paraguay kostet der städtische Busverkehr rund 0,42 US-Dollar, in Honduras liegt der Fahrpreis bei etwa 0,49 US-Dollar. Der teuerste Fall in dieser Kategorie ist Uruguay, wo Montevideo mit 1,34 US-Dollar den höchsten Preis verzeichnet, obwohl es weder Metro noch Stadtbahn besitzt und fast ausschließlich vom Busverkehr abhängt.

Subventionen

Nach Angaben der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID) beruht die Festlegung der Tarife für den öffentlichen Verkehr in der Region hauptsächlich auf politischen Entscheidungen und deren Anpassung erfolgt meist nicht systematisch.

Die Institution weist darauf hin, dass in mehreren Ländern der Region die Tarife über lange Zeiträume eingefroren bleiben. Dies spiegele die hohe soziale Sensibilität gegenüber Preiserhöhungen und die wiederholte Verschiebung notwendiger Anpassungen wider.