2024 wurden über 8.500 Personen in Mode- und Textilprogrammen geschult

Die dominikanische Mode erreicht über 80 Märkte weltweit

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Mehr als 470 formell registrierte Unternehmen bringen dominikanische Mode in über 80 internationale Märkte. Rund 80 % davon sind Kleinstunternehmen, während nur etwa 12,95 % auf mittlere und große Betriebe entfallen.

Das erklärte Biviana Riveiro, Exekutivdirektorin des Zentrums für Export und Investitionen der Dominikanischen Republik (ProDominicana), in einem Videobeitrag zur fünften Ausgabe des Berichts Situation der dominikanischen Modeindustrie, der im Rahmen der dominikanischen Modewoche vorgestellt wurde. Laut dem Dokument stammen 95,9 % der Exporte von großen Unternehmen, während lediglich 0,33 % auf Kleinstbetriebe entfallen, so die Daten der Zollbehörde (DGA).

Laut Carolina Pérez, Leiterin der Marktanalyse bei ProDominicana, konnte sich die dominikanische Mode auf internationalen Märkten durch Handwerkskunst, Schmuck mit Larimar, den Fokus auf Nachhaltigkeit und ihre funktional-tropische Ästhetik positionieren. Auch die nachhaltige Designerin Mildred Veras (Milée Collection) betont, dass gerade diese Merkmale die dominikanische Mode von anderen Ländern unterscheiden.

Obwohl die wichtigsten Zentren der Modeindustrie in Santo Domingo, Santiago und San Cristóbal liegen, wird laut ProInteligencia der Großteil der verwendeten Materialien aus Ländern wie Kolumbien und China importiert. „Unser Vorteil ist jedoch die zentrale Lage: Wenn wir etwas importieren müssen, bekommen wir es schnell und zu einem guten Preis“, erklärte Veras.

Exportmärkte und Wachstum

Die Vereinigten Staaten sind mit einem Exportvolumen von 1,395 Milliarden US-Dollar (88,2 %) der wichtigste Handelspartner. Dahinter folgen Haiti und die Niederlande mit 106,4 Millionen US-Dollar (3,5 %), das Vereinigte Königreich mit 12,9 Millionen US-Dollar (0,82 %) und Belgien mit 12,1 Millionen US-Dollar (0,77 %).

Laut dem Bericht, den ProDominicana auf Basis von Zolldaten erstellt hat, wuchs der Sektor zwischen 2021–2022 und 2023–2024 durchschnittlich um 10 %, von 2,936 Milliarden US-Dollar auf 3,217 Milliarden US-Dollar – ein Zeichen für Widerstandsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum. Von Januar bis Juli 2025 erreichten die Exporte bereits 862,1 Millionen US-Dollar, und für das Jahresende wird dank des Onlinehandels ein Gesamtwert von 1,23 Milliarden US-Dollar prognostiziert – ein Wachstum von rund 20,5 %.

E-Commerce und Technologie

Laut der Studie ist der elektronische Handel ein entscheidender Hebel, um dominikanische Mode global zu positionieren. Dennoch fehle es im Land noch an spezialisierten Plattformen, so Veras: „Es gibt keine einheitliche Plattform – jeder Designer muss sein internationales Marketing selbst übernehmen.“

Auch die künstliche Intelligenz spielt zunehmend eine Rolle. Veras sieht darin keinen Nachteil, sondern eine Chance: „KI beschleunigt Prozesse und fördert Innovation. Wenn ich alles selbst machen oder auslagern muss, verliere ich viel Zeit“, betonte sie.

Exportprodukte

Zu den führenden Exportartikeln zählt die chacabana – ein traditionelles karibisches Hemd mit großem Symbolwert. Um ihre internationale Sichtbarkeit zu stärken, gründete ProDominicana im Jahr 2023 die Asociación de Artesanos de las Chacabanas Dominicanas (Achadom). Ziel ist es, dieses Kleidungsstück als nationales Kultursymbol zu etablieren und den Sektor zu professionalisieren.

In einer Umfrage von ProDominicana gaben Designer und Produzenten jedoch an, dass der chacabana-Sektor mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen hat: eingeschränkter Zugang zu Finanzierung, mangelnde technische Ausbildung, unzureichende Exportlogistik und hohe Transportkosten.

Freihandelszonen und Hauptprodukte

Die Exporte der Freihandelszonen machten 2024 rund 98,2 % aller Modeausfuhren aus. Davon entfielen 35 % auf Schmuckartikel (603,2 Millionen US-Dollar), 30,7 % auf T-Shirts und Baumwolltextilien (450,8 Millionen US-Dollar), 4,8 % auf Pullover und ähnliche Kleidungsstücke (69,2 Millionen US-Dollar) und 3,3 % auf Lederschuhe (25 Millionen US-Dollar).

Laut Energieminister Joel Santos verzeichnete das Halbedelgestein Larimar zwischen Januar und Juni 2025 ein Exportvolumen von 177.540 Pfund – mehr als doppelt so viel wie 2024. Zudem erhielt der Larimar Barahona das internationale Herkunftssiegel (Denominación de Origen), das seine Authentizität und ausschließlich dominikanische Qualität garantiert.

Ausbildung und Fachkräfte

Im Jahr 2024 wurden über 8.500 Personen in Mode- und Textilprogrammen geschult – 73 % davon Frauen. Schwerpunkte waren Nähen (über 1.300 Teilnehmer), kreatives Design (über 1.000) sowie Schnitttechnik (mehr als 100 Teilnehmer). Außerdem absolvierten über 180 Personen Schulungen in Handstickerei und Webtechniken – ein Zeichen für die wachsende Diversität der Branche.

Programm „Sumando Exportadoras“

Zum zweiten Mal lädt ProDominicana Unternehmerinnen ein, am Programm Sumando Exportadoras teilzunehmen. Diese Initiative bietet gezielte Unterstützung bei der Vorbereitung auf den Export – einschließlich technischer Beratung, Zugang zu internationalen Käufern, Hilfe bei Verhandlungen sowie professioneller Produktfotografie und Videoproduktion.

Teilnehmende Unternehmerinnen erhalten zudem Zugang zu Weiterbildungsprogrammen und Unterstützung bei der Teilnahme an nationalen und internationalen Messen.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 18. Oktober. Ziel ist es, von Frauen geführte Projekte mit hohem Internationalisierungspotenzial zu identifizieren und ihnen konkrete Werkzeuge zu bieten, um ihre Geschäfte auf globalen Märkten zu stärken.