Während das Land in diesem Jahr einen Rückgang bei durch Vektoren übertragenen Krankheiten wie Dengue und Malaria verzeichnet, zeigt sich das Gegenteil bei impfpräventablen Erkrankungen. Viele von ihnen sind deutlich angestiegen – darunter Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus (außer im Neugeborenenalter) und die Meningokokken-Erkrankung.
Laut dem epidemiologischen Bericht Nr. 30 wurden folgende Anstiege im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 registriert:
- Diphtherie: +666 %
- Tetanus (außer neonatal): +15 %
- Keuchhusten: +6 %
- Meningokokken-Erkrankung: +80 %
Diphtherie
Bislang wurden 53 Fälle und ein Todesfall gemeldet – im Vorjahr waren es nur 7 Fälle und zwei Todesfälle. Diphtherie ist eine schwere bakterielle Infektion, die meist die Schleimhäute von Nase und Rachen betrifft. Vorbeugung bietet die DPT-Impfung, die im nationalen Impfprogramm enthalten ist. Typische Symptome: grauweiße Beläge im Hals- und Mandelbereich, Halsschmerzen, Heiserkeit, geschwollene Lymphknoten, Fieber, Schüttelfrost und starke Erschöpfung.
Keuchhusten
Dieses Jahr wurden 21 Fälle und zwei Todesfälle registriert – ein leichter Anstieg gegenüber 2024 (20 Fälle, ebenfalls zwei Todesfälle). Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende Atemwegserkrankung, ausgelöst durch Bordetella pertussis. Sie beginnt meist mit Erkältungssymptomen, später folgen heftige Hustenanfälle mit Atemnot und typischem keuchendem Geräusch beim Einatmen.
Meningokokken-Erkrankung
2025 wurden bisher 13 Fälle und 6 Todesfälle gemeldet – ein Anstieg von 80 % gegenüber 2024 (7 Fälle, 2 Todesfälle). Die Erkrankung wird durch Neisseria meningitidis verursacht und kann zu Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Sepsis führen. Symptome: hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und teils ein dunkellilafarbener Hautausschlag. Seit Einführung der Impfung sind die Fallzahlen zwar zurückgegangen, die Krankheit bleibt jedoch hochgefährlich.
Tetanus (nicht neonatal)
17 Fälle wurden 2025 gemeldet (2024: 15 Fälle). Verursacht durch Clostridium tetani, dringen die Bakteriensporen über verunreinigte Wunden in den Körper ein. Symptome: Muskelsteifigkeit, schmerzhafte Krämpfe, Schluck- und Atembeschwerden. Tetanus ist nicht ansteckend, aber durch Impfung vermeidbar.
Rückgang bei Dengue, Malaria und Leptospirose
Bis zur 30. Kalenderwoche 2025 wurden 161 Dengue-Fälle, 654 Malaria-Fälle und 30 Leptospirose-Fälle gemeldet – ein Rückgang von 85 %, 9 % bzw. 1 % im Vergleich zum Vorjahr. Dengue und Malaria werden durch Mückenstiche übertragen, Leptospirose durch Bakterien, die über den Kontakt mit Urin infizierter Tiere (z. B. Ratten) verbreitet werden.
Planungsfamilie im Fokus
Das Gesundheitsministerium hebt in diesem Bericht auch die Familienplanung hervor. Sie ist Teil der garantierten Leistungen des nationalen Gesundheitssystems. Allerdings bleibt die Abdeckung bei Jugendlichen niedrig. Soziokulturelle Barrieren, Fehlinformationen und Stigmata erschweren den Zugang, besonders zu Langzeitmethoden.
Das Ministerium fordert eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Bildungssystem und Schutzdiensten, um Jugendlichen altersgerechte und wissenschaftlich fundierte Informationen bereitzustellen. Familienplanung sei nicht nur eine medizinische Maßnahme, sondern eine ganzheitliche Strategie für Entwicklung, Gleichberechtigung und die Wahrung der Menschenrechte.
