Bauwirtschaft zeigte erste Anzeichen der Erholung

Dominikanische Wirtschaft wächst im Juli 2025 um 2,9%

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Die vorläufigen Zahlen des monatlichen Indikators für die wirtschaftliche Aktivität (IMAE) für Juli 2025 zeigen ein jährliches Wachstum von 2,9 %. Damit liegt der Wert deutlich über der im Juni verzeichneten Jahresrate von 1,1 %. Haupttreiber dieser Entwicklung waren die Bereiche Bergbau, Freizonen, Bauwesen sowie Dienstleistungen, wobei insbesondere Finanzdienstleistungen, Hotels, Bars und Restaurants, Energie und Wasser sowie Transport und Lagerhaltung hervorstechen. Im Zeitraum Januar bis Juli 2025 summiert sich das Wirtschaftswachstum auf 2,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Wie schon in der Vergangenheit zeigte die dominikanische Wirtschaft damit ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber widrigen Rahmenbedingungen. Die jüngst von der Geldmarktkommission beschlossenen Konjunkturmaßnahmen – ein Liquiditätsprogramm im Umfang von 81 Mrd. RD$ – zeigen bereits Wirkung. Zwei Monate nach Einführung hat die Zentralbank 48,451 Mrd. RD$ (knapp 60 %) umgesetzt; rund 32 Mrd. RD$ stehen weiterhin zur Verfügung, um die produktiven Sektoren im restlichen Jahr zu unterstützen.

Bei genauerer Betrachtung der IMAE-Ergebnisse für Juli 2025 zeigen die meisten Wirtschaftsbereiche positive Jahresveränderungen. Besonders der Bergbau verzeichnete mit 21,0 % ein starkes Wachstum, getrieben durch höhere Fördermengen von Gold und Silber. Damit liegt das kumulierte Wachstum des Sektors im Zeitraum Januar bis Juli bei 5,1 %.

Auch die Fertigungsindustrie in den Freizonen konnte zulegen: Sie wuchs im Juli um 7,1 % im Jahresvergleich, gestützt durch die steigende Auslandsnachfrage nach dort produzierten Gütern. Die Exporte stiegen um 5,0 % und erreichten im Juli 805,8 Mio. US-Dollar; von Januar bis Juli summierten sie sich auf 5,057 Mrd. US-Dollar.

Tourismus

Der Mehrwert im Bereich Hotels, Bars und Restaurants legte im Juli 2025 um 4,4 % zu, hauptsächlich durch einen Anstieg der Zahl nichtansässiger Passagiere um 6,5 %. Dies ist vor allem auf den wachsenden Zustrom von Reisenden aus Südamerika zurückzuführen, begünstigt durch Maßnahmen des Tourismusministeriums zur Förderung neuer Herkunftsmärkte sowie zur Stärkung der Flugverbindungen.

Finanzintermediation wuchs im Juli um 6,3 %, beflügelt von einem Kreditwachstum an den Privatsektor von 10,3 % in nationaler und ausländischer Währung – ein Plus von 224 Mrd. RD$ im Vergleich zu Juli 2024.

Auch die Bauwirtschaft zeigte erste Anzeichen der Erholung: Mit einem Wachstum von 3,8 % im Juli konnte sie die zuvor kumulierte Kontraktion von –2,3 % (Januar–Juni) teilweise kompensieren. Ausschlaggebend war die Zunahme des lokalen Absatzes wichtiger Baustoffe wie Zement und Stahl, die im Vergleich zu Juli 2024 gestiegen sind. Setzt sich diese Dynamik fort und lassen die externen Unsicherheitsfaktoren nach, wird eine Wiederbelebung der Investitionsprojekte im Privatsektor erwartet. Zusammen mit einer höheren Ausführung der öffentlichen Investitionen dürfte dies die Erholung der Branche festigen.

Das aktuelle Liquiditätsprogramm der Geldmarktkommission, kombiniert mit einer positiven Entwicklung der Außenwirtschaft, schafft ein günstiges Umfeld für eine allmähliche Erholung. Die weitere Freigabe von Zentralbankmitteln, die Übertragung der geldpolitischen Impulse auf den Kreditmarkt sowie eine Ausweitung der öffentlichen Investitionen werden voraussichtlich dazu beitragen, das Kreditvolumen auszuweiten, die Zinssätze zu senken und die Dynamik der produktiven Sektoren zu stärken – und damit das gesamtwirtschaftliche Wachstum weiter zu unterstützen.