Die europäische Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Betrug hat im Rahmen einer laufenden Untersuchung zu einem Mehrwertsteuerbetrug in Höhe von 25 Millionen Euro Bankkonten in der Dominikanischen Republik und in Peru eingefroren, wie die Institution in einer Mitteilung bekanntgab.
Zudem wurde den Behörden in Uruguay eine Anfrage zur Übermittlung von Informationen gestellt – ebenfalls im Zusammenhang mit diesem Fall, bei dem es sich mutmaßlich um ein von einer kriminellen Organisation orchestriertes Betrugssystem handelt, das Verbindungen nach Lateinamerika aufweist und den Handel mit IT-Ausrüstung betrifft.
Die europäische Staatsanwaltschaft richtete Kooperationsersuchen an alle drei Länder und ließ anschließend sechs Bankkonten in der Dominikanischen Republik sowie vier in Peru sperren.
24 PERSONEN BEREITS 2023 FESTGENOMMEN
Die Behörde erinnerte daran, dass im Zuge einer früheren Phase der Ermittlungen im November 2023 bereits 24 Personen in Spanien festgenommen worden waren – mit Unterstützung der Nationalpolizei, der Zollbehörden und des nationalen Amtes zur Betrugsbekämpfung.
Den Verdächtigen wird vorgeworfen, ein organisiertes Netzwerk aufgebaut zu haben, das über ein Geflecht von Unternehmen operierte, die in Spanien, anderen EU-Staaten sowie in Lateinamerika registriert waren.
SCHEINFIRMEN-NETZWERK NUTZTE MEHRWERTSTEUERREGELN AUS
Dieses Netzwerk nutzte offenbar die EU-Vorschriften, die grenzüberschreitende Transaktionen von der Mehrwertsteuer befreien, indem es eine Kette von Scheinfirmen einsetzte, die nach der Durchführung von Transaktionen verschwanden, ohne ihre steuerlichen Verpflichtungen zu erfüllen.
Anschließend hätten andere Unternehmen desselben Netzwerks unrechtmäßig Rückerstattungen der Mehrwertsteuer bei den nationalen Finanzbehörden beantragt.
Die europäische Staatsanwaltschaft ist eine unabhängige Institution der Europäischen Union, die für die Untersuchung, Strafverfolgung und Anklage von Straftaten zuständig ist, die die finanziellen Interessen der EU betreffen.
