„Abkommen ohne unsere Zustimmung und gegen unser Recht“

Gemeinden lehnen Vereinbarung mit Barrick Gold über Umsiedlung ab

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Während einer öffentlichen Anhörung äußerten die Bewohner des Gemeindebezirks Zambrana in Cotuí (Provinz Sánchez Ramírez) ihren entschiedenen Widerstand gegen ein Abkommen, das zwischen dem Bergbauunternehmen Barrick Gold, dem dominikanischen Staat und angeblichen Vertretern der betroffenen Gemeinden unterzeichnet wurde. Dieses sieht die Umsiedlung der Bevölkerung vor, um Platz für den Bau eines neuen Rückhaltebeckens für Bergbaurückstände (presa de colas) zu schaffen.

Die Gemeindemitglieder erklärten am Mittwoch gegenüber Vertretern des Ministeriums für Energie und Bergbau, dass sie diesem Abkommen niemals zugestimmt hätten. Sie warfen den Unterzeichnern vor, ohne Zustimmung der sechs betroffenen Gemeinden gehandelt zu haben.

„Abkommen ohne unsere Zustimmung und gegen unser Recht“

Der Gemeindesprecher Concepción Sosa betonte, dass die Einwohner über rechtmäßige Eigentumstitel an ihren Grundstücken verfügen, das Abkommen aber dennoch rund 119 Familien aus dem Umsiedlungsplan ausschließe. „Das angebliche Abkommen wurde hinter dem Rücken der Gemeinschaft abgeschlossen. Die Regierung und die Bergbaufirma wollen 119 Familien im Stich lassen“, erklärte er. Für die Bewohner habe dieses Abkommen keine Gültigkeit.

Auch Dorys, eine weitere Vertreterin der Gemeinde, warf der Regierung und Barrick Gold vor, den Eindruck zu erwecken, „alles sei geregelt“, obwohl die Unterschriften unter Drohungen erfolgt seien. Ein Mitglied der Kommission sei gezwungen worden, zu unterschreiben – andernfalls hätte man 12 Häuser in El Naranjo enteignet.

Die Bewohner von Las Tres Bocas bestätigten ebenfalls, nie einer Vertragsunterzeichnung zugestimmt zu haben. Eine öffentliche Anhörung, in der man hätte über die Entschädigungswerte diskutieren können, habe nie stattgefunden.

„Kein Verkauf, keine Zustimmung, kein Vertrauen“

Dorys kritisierte insbesondere die festgelegten Entschädigungspreise, wie etwa 3.000 Pesos für einen Kakaobaum, der jährlich weitaus mehr einbringe. „Ihr habt kein Recht, irgendetwas in unserer Gemeinde zu verhandeln, ohne unsere Zustimmung“, sagte sie.

Die Gemeinde verkaufe ihr Land nicht freiwillig, sondern werde von der Minengesellschaft unter Druck gesetzt, um einen Verkauf zu erzwingen – inklusive der Preisfestlegung, die die Bewohner strikt ablehnen.

Einige der Gemeindemitglieder zeigten sich während des Treffens tief empört über den Umgang mit ihren Rechten. Eine Frau sagte:
„Wer nicht bereit ist, mich zu töten, der soll gar nicht erst hierherkommen. Für drei Pfennige wollen sie mir einen Baum abkaufen, der mir jährlich viel mehr bringt.“

Boykottversuche und kollektive Ablehnung

Die Anwesenden erklärten außerdem, dass versucht worden sei, das Treffen mit dem Energieministerium zu sabotieren, damit sie ihre Meinungen nicht frei äußern könnten.

In ihrer Gesamtheit sprachen sich die Bewohner gegen den Bau der Rückhalteanlage und gegen das unterzeichnete Abkommen aus. Sie verurteilten, dass das Projekt einseitig von Barrick Gold durchgesetzt werde, ohne die Rechte und den Willen der direkt betroffenen Menschen zu respektieren.

„Wir wollen keine presa de colas hier. Barrick ist in unserer Gemeinde nicht willkommen“, erklärten die Bewohner einstimmig.