Keine Verbindung zum Karibikraum

Geologe sieht keinen Zusammenhang mit Erdbebenrisiko in der Dominikanischen Republik

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Das jüngste Erdbeben in Kolumbien steht nach Einschätzung des Geologen Javier Rodríguez in keinem direkten Zusammenhang mit möglichen Erdbeben in der Dominikanischen Republik. Auch zu dem rund 45 Tage zuvor registrierten Beben in Venezuela bestehe aus seismologischer Sicht keine Verbindung.

Rodríguez, Direktor des seismologischen Observatoriums des Instituto Politécnico Loyola, erklärte, das kolumbianische Beben sei durch Prozesse an der Grenze zwischen der Nazca-Platte und der Südamerikanischen Platte entstanden. Die Nazca-Platte schiebe sich dort unter die südamerikanische Platte.

Das Erdbeben habe sich in großer Tiefe ereignet und sei nach Einschätzung des Experten dennoch ungewöhnlich stark wahrgenommen worden. Tief liegende Erdbeben könnten sich über größere Entfernungen bemerkbar machen, während die Intensität mit zunehmender Entfernung vom Epizentrum abnehme.

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Für die Dominikanische Republik sieht Rodríguez daraus keine erhöhte unmittelbare Gefahr. Das betroffene tektonische System liege mehr als 1.200 Kilometer von Hispaniola entfernt und gehöre zu einem anderen Platten- und Störungssystem.

Ein mögliches späteres Erdbeben in der Dominikanischen Republik könne daher nicht als Folge des Ereignisses in Kolumbien oder des vorherigen Bebens in Venezuela betrachtet werden. Erdbeben seien natürliche Prozesse, deren Auftreten sich nicht aus solchen weit entfernten Ereignissen ableiten lasse.

Septentrional-Störung gilt als besonders bedeutend

Unabhängig von den Ereignissen in Südamerika verweist Rodríguez jedoch auf die eigenen seismischen Risiken der Dominikanischen Republik.

Das Instituto Politécnico Loyola betreibt nach seinen Angaben ein Messnetz, das neben Hispaniola auch Teile Kubas, Puerto Ricos und Jamaikas überwacht. Dabei werden insbesondere aktive Störungszonen und ihre seismische Aktivität beobachtet.

Als eine der wichtigsten Störungen bezeichnet Rodríguez die Septentrional-Störung, die sich von Montecristi bis in die Bucht von Samaná erstreckt. Dort habe es in der Vergangenheit mehrere schwere Erdbeben gegeben.

Der Experte verwies unter anderem auf das Beben von 1562, das Santiago schwer traf, auf das Erdbeben von 1842 mit großen Schäden im Norden Haitis sowie auf das Beben von 1946 in der Region der Bucht von Samaná, das ebenfalls erhebliche Schäden verursachte und einen Tsunami auslöste.

Nach Einschätzung von Rodríguez sind im Bereich der Septentrional-Störung grundsätzlich Erdbeben um eine Stärke von etwa 7,0 bis 7,4 möglich. Er verglich diese Größenordnung mit den schweren Erdbeben, die Haiti 2010 und 2021 getroffen haben.

Zweite aktive Störungszone zwischen Bonao und Baní

Eine weitere wichtige Zone ist nach Angaben des Geologen die Guácara-Bonao-Störung, die sich zwischen Bonao und Baní erstreckt. Sie sei kleiner als die Septentrional-Störung, aber ebenfalls aktiv. Besonders rund um San José de Ocoa werde regelmäßig seismische Aktivität registriert.

Für diesen Bereich erwartet Rodríguez aufgrund der Größe der Störung und historischer Beobachtungen keine wesentlich stärkeren Erdbeben als die bislang bekannten Ereignisse. Als größtes registriertes Beben in dieser Zone nannte er ein Ereignis aus dem Jahr 1962 mit einer Magnitude von 6,4.

Der Geologe betont deshalb, dass die Dominikanische Republik unabhängig von den aktuellen Erdbeben in Südamerika auf ihre eigenen seismischen Risiken vorbereitet sein müsse. Die Ereignisse in Kolumbien und Venezuela seien dafür jedoch kein unmittelbarer Auslöser.

Weitere Nachrichten zu Naturereignissen und geologischen Risiken finden Sie im Ressort Umwelt und Natur.

Die Erdbebengefahr der Dominikanischen Republik hängt eng mit ihrer Lage an mehreren tektonischen Störungszonen zusammen. Ein geologischer Blick auf Hispaniola hilft, diese Risiken besser einzuordnen.

Geografie und Geologie der Dominikanischen Republik

Gebirge, Täler und Küstenformen der Insel sind das Ergebnis einer bis heute aktiven geologischen Entwicklung. Dazu gehören auch mehrere Störungszonen, an denen immer wieder Erdbeben auftreten können.

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Foto(s):eldia.com.do
Quelle:eldia.com.do