Verkäufer des Marktes Hospedaje Yaque in Santiago erklärten am Donnerstag, sie wüssten bislang nichts über die Einzelheiten des angekündigten Wiederaufbauprojekts für dieses Versorgungszentrum – trotz der offiziellen Bekanntgabe durch Präsident Luis Abinader gemeinsam mit der Stadtverwaltung.
Die Händler gaben an, dass sie bisher zu keinen Besprechungen eingeladen worden seien und ihnen kein offizieller Plan vorliege, wie die Arbeiten umgesetzt werden sollen. Das sorge für Unsicherheit über ihre künftige Umsiedlung und darüber, wie sich die Baumaßnahmen auf ihre Lebensgrundlage auswirken könnten.
Gleichzeitig äußerten sie sich erfreut über die Ankündigung, da sie die Sanierung als längst überfällig betrachten und bereits seit mehr als 60 Jahren auf eine Modernisierung warten, die den Markt würdiger und die Arbeitsbedingungen besser gestalten soll.
Víctor Antonio Guzmán, Gemüsehändler seit 45 Jahren im Hospedaje Yaque, erklärte, dass er seit seiner Kindheit mit diesem Ort verbunden sei. Seine größte Sorge nach der Ankündigung des Präsidenten sei, dass er keine Informationen über die geplanten Arbeiten habe. Er forderte die Behörden, insbesondere Bürgermeister Ulises Rodríguez, auf, die Einzelheiten der Rekonstruktion offenzulegen. Guzmán befürchtet, dass die neuen Einrichtungen nicht für alle Verkäufer ausreichen könnten, und schlug vor, angrenzende Grundstücke zu erwerben, um den Raum zu erweitern und Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe des neuen Marktes zu vermeiden.
Auch Juana Antonia Fernández, die seit zwanzig Jahren im Hospedaje Yaque arbeitet, äußerte die Befürchtung, von den neuen Einrichtungen ausgeschlossen zu werden, da auch sie bislang keine klaren Informationen erhalten habe. „Wir vertrauen auf Gott, dass der Markt zum Besseren wird, dass die Behörden ihr Wort halten und jeder seinen modernisierten Verkaufsstand zurückerhält“, sagte sie.
Fernández betonte die Bedeutung des Projekts, da die Sanierung seit Jahren angekündigt, aber nie umgesetzt worden sei. Mit der persönlichen Beteiligung des Präsidenten hoffe sie nun, dass die Versprechen erfüllt werden.
Unterstützung
Saúl Abreu, Geschäftsführer der Asociación para el Desarrollo Inc. (APEDI), bezeichnete das Wiederaufbauprojekt des Marktes Hospedaje Yaque – des wichtigsten Versorgungszentrums für Grundnahrungsmittel in Santiago und weiten Teilen des Nordens – als „dringend und notwendig“.
Er hob hervor, dass die Initiative eine historische Forderung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen erfülle, da der Markt seit Jahrzehnten unter prekären Bedingungen betrieben werde.
„Die traditionellen Betriebsbedingungen waren weder beim Umgang mit Lebensmitteln, noch bei der Verkehrsführung oder der Nutzung öffentlicher Flächen angemessen. Deshalb ist eine solche Intervention mehr als willkommen“, erklärte Abreu.
Das Projekt
Das Vorhaben wird von der Stadtverwaltung von Santiago mit finanzieller Unterstützung der Zentralregierung umgesetzt. Laut Abreu bietet es die Chance, nicht nur die bauliche Infrastruktur zu verbessern, sondern auch die Handelsaktivitäten in der Umgebung besser zu ordnen.
„Es geht nicht nur darum, ein neues Gebäude zu errichten. Es ist ein umfassender Prozess der Neuordnung, der die Abstimmung mit Händlern, Zulieferern und Kunden erfordert, damit das Projekt effektiv funktioniert und Santiago sowie der gesamten Region zugutekommt“, betonte er.
Abreu stellte klar, dass durch das Projekt keine angrenzenden Wohngebiete geräumt würden, da die Arbeiten auf dem Gelände des bestehenden Marktes stattfinden.
Das Vorhaben sieht den Bau eines mehrstöckigen Gebäudes vor, das den Händlern bessere Bedingungen bieten und das Umfeld aufwerten soll. „Diese Neuordnung wird auch den Anwohnern zugutekommen, da sie ein organisierteres, attraktiveres und wertvolleres Stadtumfeld schaffen wird“, sagte Abreu.
Präsident Luis Abinader und Bürgermeister Ulises Rodríguez kündigten an, dass der Wiederaufbau des zentralen Marktes von Santiago 658 Millionen Pesos kosten wird. Der Betrag wurde bereits an die Stadtverwaltung von Santiago überwiesen, die für die Durchführung verantwortlich ist.
Etwa 70 % der Summe sollen für den Hospedaje Yaque verwendet werden, der Rest für Sanierungsarbeiten, darunter die Reinigung der Cañada de Garabo und die Umgestaltung des Bereichs “Nueva York Chiquito” in einen Park.
Bürgermeister Rodríguez betonte die Bedeutung des Projekts, da „seit vielen Jahren darauf gewartet wurde, diesem Markt die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen. Hier werden die meisten Lebensmittel verarbeitet und verkauft, die wir konsumieren – das wirkt sich direkt auf die Gesundheit und das soziale Leben unserer Bevölkerung aus.“
Der neue Hospedaje Yaque soll drei Stockwerke umfassen, mit ausreichend Platz und inklusivem Design, um die Teilnahme aller Händler zu gewährleisten, die im Markt tätig sind.
Mit diesem Projekt wollen sowohl die Zentralregierung als auch die Stadtverwaltung nicht nur die Handelsbedingungen in Santiago verbessern, sondern auch die regionale Wirtschaft stärken und einen sicheren, sauberen und würdigen Raum für Verkäufer und Verbraucher schaffen.
