FIFA-Präsident Gianni Infantino hat am Wochenende ein U14-Jugendturnier der Caribbean Football Union (CFU) in Punta Cana besucht, obwohl CONCACAF-Präsident Victor Montagliani ihn zuvor gebeten hatte, der Veranstaltung fernzubleiben. Hintergrund ist eine anhaltende Debatte über die Führung der FIFA und ein inzwischen zurückgezogenes Geschäftsmodell für künftige Einnahmen des Weltfußballverbandes.
Infantino veröffentlichte am Samstag auf Instagram Fotos von Treffen mit politischen Vertretern und Fußballfunktionären der Dominikanischen Republik im Umfeld des Jugendturniers.
Montagliani, zugleich FIFA-Vizepräsident und Präsident des nord- und mittelamerikanischen Fußballverbandes CONCACAF, hatte Infantino nach Angaben der Associated Press am Freitag schriftlich aufgefordert, auf die Teilnahme zu verzichten. Er befürchtete, dass die aktuelle Diskussion um die FIFA die Aufmerksamkeit von der sportlichen und technischen Bedeutung des Jugendturniers ablenken könnte.
Die FIFA äußerte sich laut Ausgangsbericht nicht direkt zu dieser Aufforderung. Der Weltverband verwies jedoch darauf, regionale Organisationen wie die CFU im Rahmen seiner Förderprogramme mit bis zu fünf Millionen US-Dollar je vierjährigem WM-Zyklus zu unterstützen.
Streit um geplantes FIFA-Geschäftsmodell
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht das Projekt „FIFA Forward Enterprise“. Nach dem Bericht hatte die FIFA erwogen, einen Teil ihrer milliardenschweren kommerziellen Aktivitäten in eine Tochtergesellschaft auszugliedern, an der private Investoren beteiligt worden wären.
Mehrere hochrangige Fußballfunktionäre, darunter Montagliani, UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und der Präsident der Asiatischen Fußballkonföderation, Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa, kritisierten das Vorhaben scharf. Sie warfen Infantino vor, die Pläne nicht ausreichend transparent vorbereitet zu haben.
Das Projekt wurde am 1. August zurückgezogen. Nach Angaben des Artikels war zuvor weltweit Kritik von Fußballfunktionären und Fans laut geworden. Auch der damalige operative FIFA-Direktor Kevin Lamour habe sich öffentlich kritisch geäußert. Er wurde dem Bericht zufolge später entlassen.
Infantino selbst hat seit Bekanntwerden des Projekts Ende Juli bislang keine ausführliche öffentliche Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben. Bei seinem Aufenthalt in Punta Cana wich er laut Bericht Fragen eines Journalisten des britischen Senders Sky News aus.
Der FIFA-Präsident strebt im kommenden März eine Wiederwahl für eine vierte und nach derzeitiger Planung letzte Amtszeit bis 2031 an. Die Wahl soll beim FIFA-Kongress in Rabat in Marokko stattfinden. Bewerber müssen ihre Kandidatur nach Angaben des Berichts bis zum 18. November anmelden.
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