Regenmangel verschärft Wasserknappheit

Trockenheit belastet Wasserversorgung in der Dominikanischen Republik

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Anhaltend geringe Niederschläge setzen die Wasserversorgung in Teilen der Dominikanischen Republik zunehmend unter Druck. Besonders betroffen ist der Großraum Santo Domingo, wo mehrere Wasserwerke ihre Produktion deutlich reduzieren mussten. Gleichzeitig gehen die Zuflüsse zu wichtigen Flüssen und Stauseen zurück.

Nach Angaben des Dominikanischen Instituts für Meteorologie (Indomet) lagen die Niederschläge zwischen Mai und Juli deutlich unter den üblichen Werten. Für Mai wurde ein Defizit von 46 Prozent angegeben, im Juni von 54,5 Prozent und im Juli von 45,3 Prozent.

Als einen Einflussfaktor nennt der Bericht das Klimaphänomen El Niño. Nach den im Ausgangstext wiedergegebenen Angaben der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanbehörde NOAA bestehe eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent, dass sich El Niño weiter verstärkt. Damit könnte sich das Risiko einer anhaltenden Trockenperiode in der Karibik erhöhen.

Seit Mai seien insbesondere die Einzugsgebiete der Flüsse Haina, Isa-Mana, Duey, Isabela und Nizao von geringeren Regenmengen betroffen. Der Nizao ist unter anderem für die Versorgung des Valdesia-Systems von Bedeutung.

Wasserwerke produzieren deutlich weniger

Die Auswirkungen zeigen sich besonders bei der Trinkwasserversorgung des Großraums Santo Domingo. Nach Angaben der Wasser- und Abwasserbehörde CAASD ist die Produktion des Systems Haina-Manoguayabo um 68 Prozent zurückgegangen. Beim Isabela-System beträgt die Reduzierung demnach rund 65 Prozent. Auch Isa-Mana und Duey produzieren mehr als 60 Prozent weniger Wasser.

CAASD-Kommunikationsdirektor Fidel Sánchez erklärte, Haina-Manoguayabo sei für eine tägliche Produktion von 90 Millionen Gallonen ausgelegt, habe zuletzt jedoch nur noch rund 21 Millionen Gallonen geliefert. Beim Isabela-System seien es statt neun Millionen nur etwa drei Millionen Gallonen täglich gewesen.

Besonders betroffen sind unter anderem Los Alcarrizos, Pedro Brand, Los Peralejos, Pantoja und Los Girasoles. Schwierigkeiten werden außerdem aus Wohngebieten wie Puerta de Hierro und Cuesta Hermosa sowie aus Teilen des Distrito Nacional südlich der Avenida Kennedy gemeldet. In höher gelegenen Stadtteilen mache sich der geringere Wasserdruck besonders bemerkbar.

Indomet rechnet laut dem Bericht für den Zeitraum Oktober bis Dezember mit einer weiteren Verschärfung der Trockenheit. Die Behörde spricht von einer möglichen Intensität von 69 Prozent und zieht Vergleiche mit besonders ausgeprägten Trockenperioden seit 1950. Meteorologin Juana Sille wies zugleich darauf hin, dass überdurchschnittliche Niederschläge in den ersten vier Monaten des Jahres bislang einen gewissen Puffer geschaffen hätten.

Stauseen landesweit bei rund 67 Prozent

Nach Daten des Nationalen Instituts für Wasserressourcen (INDRHI) befanden sich zuletzt insgesamt 1,34389 Milliarden Kubikmeter Wasser in den dominikanischen Stauseen. Dies entsprach 66,57 Prozent des angegebenen nationalen Speichervolumens.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Stauseen sind erheblich. Monte Grande lag bei 44,7 Prozent, Sabana Yegua bei 55,5 Prozent und Sabaneta bei 55,8 Prozent. Rincón erreichte 61,6 Prozent und Tavera 66,9 Prozent.

Höhere Werte wurden unter anderem für Valdesia mit 76,3 Prozent, Hatillo mit 80,2 Prozent und Monción mit 87,8 Prozent angegeben.

Um die Wasserversorgung langfristig zu stabilisieren, hat die CAASD außerdem das Projekt „Seguridad Hídrica de la Presa de Hatillo y Abastecimiento a Sánchez Ramírez – Santo Domingo“ angekündigt. Vorgesehen ist, Wasser aus dem Hatillo-Stausee über ein Transfersystem in andere Versorgungsgebiete zu leiten. Davon sollen unter anderem Santo Domingo Norte, Santo Domingo Este und die Provinz Sánchez Ramírez profitieren.

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