bakteriellen Infektionen greifen um sich

Kläranlage seit zwei Jahren außer Betrieb

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Die Kläranlage für Abwasser, gelegen in La Ciénaga – einem der ärmsten Viertel des Distrito Nacional – befindet sich weiterhin im Zustand der Verwahrlosung, was bei den Anwohnern und Gemeindeverantwortlichen große Besorgnis auslöst.

Diese Infrastruktur, die 1996 während der ersten Amtszeit von Leonel Fernández in Betrieb ging, wurde errichtet, um das Abwasser des Sektors zu reinigen und die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern.

Obwohl die Anlage in früheren Jahren gewartet wurde, ist sie derzeit außer Betrieb, was die Viertel Guachupita, Los Guandules und weitere, die zuvor von ihr profitierten, stark beeinträchtigt.

Direkt gegenüber der Anlage befindet sich eine Primärversorgungsstelle, die Menschen eigentlich zur medizinischen Betreuung aufsuchen. Stattdessen setzen sie sich dort nun Bakterien aus.

In der Nähe liegt außerdem ein Kinderspielplatz, der laut Anwohnern bei seiner Einweihung gepflegt und schön war. Heute jedoch ist er von Müll und Abfällen umgeben – ein Spiegelbild der Vernachlässigung durch die Behörden.

Stimmen der Betroffenen

Bewohner berichten von unzähligen Beschwerden, die sie bei der Stadtverwaltung des Distrito Nacional eingereicht haben. Grund dafür ist die Ansammlung von Müll rund um die Anlage, die verschmutztes, stehendes Wasser in den Rinnsteinen verursacht.

Dies geschieht trotz eines Hinweisschildes an der Wand der Anlage, das auf das bestehende Verbot gemäß Gesetz 120-99 aufmerksam macht, welches das Wegwerfen jeglicher Abfälle auf Straßen und Gehwegen untersagt. Dennoch wurde bislang niemand dafür belangt.

Als Reaktion auf die Beschwerden fährt der Müllwagen zweimal pro Woche durch die Gegend, doch die Bewohner versichern, dass die Behörden nur während der Wahlzeiten für Ordnung sorgen, um „Show“ zu machen. Danach verwandle sich alles wieder in eine Müllhalde.

Alexis Peña, Exekutivdirektor von Codonbosco, erklärt: „Das hier behandelte Wasser sollte eigentlich den Bewohnern und Haushalten zugutekommen. Statt ins Río Ozama zu gelangen – mit all den Abfällen und Fäkalien – sollte es hier verarbeitet und sauber in den Ozama geleitet werden, ohne Schadstoffe.“

Zentrale Probleme

Bewohner von Guachupita berichten, seit über zwei Jahren mit den Problemen der Abwasserleitungen zu kämpfen. Trotz zahlreicher Beschwerden erhielten sie stets die gleichen Antworten. „Hier waren Abgeordnete und viele andere – alle versprechen Hilfe, aber keiner hat etwas getan“, sagte Carlita Santos.

„Ich möchte hier nicht mehr sein“, äußerte unter Tränen Angelita García, die seit zwei Monaten nicht schlafen kann, weil verschmutztes Wasser aus dem Badezimmer der Nachbarin über ihr direkt auf ihr Bett tropft.

Die Bewohner klagen über Krankheiten, die sowohl sie selbst als auch ihre Kinder betreffen: Amöbeninfektionen, Fieber, Hautausschläge und dauerhafte Erkältungen.

Elizabeth Coma, Gemeindesprecherin des Koordinationsraums der Organisationen von Guachupita, hat die Situation mehrfach angeprangert. „Wir haben hier eine Volksküche für fast tausend Menschen, insbesondere für die Verwundbarsten – und es ist beschämend, dass sie manchmal von Fäkalien überflutet wird“, erklärte sie.

Coma betont, dass Guachupita ein konkretes Budget brauche, um die Krise zu bewältigen: „Man muss hierherkommen und einen Haushaltsplan erstellen, denn die Lage ist vollkommen kollabiert.“

Registrierte Todesfälle

Elín Cuevas, Leiter der Koordinatorin der Nachbarschaftsorganisationen (Codonbosco), berichtet ebenfalls von gravierenden Problemen durch die Wasserverschmutzung und das Abwassersystem.

Cuevas hebt hervor, dass rund 60 Haushalte in der 13. Straße verstopfte Toiletten haben, verursacht durch eine defekte Leitung.

Aufgrund dieser Situation verstarb die 31-jährige Yaritza Mercedes Rivera Reyes im Krankenhaus Francisco Moscoso Puello. Laut den Bewohnern starb sie an einer bakteriellen Infektion, die zu Multiorganversagen, septischem Schock mit Lungenfokus und akutem Nierenversagen führte – ausgelöst durch die Verschmutzung, die in die Häuser der Betroffenen eindringt.

Appell an die Behörden

Der Codonbosco-Vertreter Alexis Peña erklärte: „Wir sind besorgt, dass so viele Ressourcen in eine Kläranlage investiert wurden, die das Problem der Fäkalien nicht lösen konnte.“ Er ruft die Stadtverwaltung des Distrito Nacional und die CAASD dringend zur Unterstützung auf.

„Die Organisationen der Viertel sind bereit, freiwillig und unentgeltlich mitzuhelfen“, betonte er.