Alle Nationalparks und Schutzgebiete sollen Eigentumstitel bekommen

Mangel an aktueller Parzellierung hat Fortschritte bei der Titulierung von Schutzgebieten behindert

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Präsident Luis Abinader kündigte am Mittwoch die Aufnahme der Titulierungsarbeiten für den Nationalpark Los Haitises und das Forstschutzgebiet Loma Novillero in Villa Altagracia an – zwei Schutzgebiete, die bislang über keine entsprechende Dokumentation verfügen.

Die rechtliche Titulierung dieser für das Land wichtigen Gebiete begann bereits am 12. Januar 2021, als Orlando Jorge Mera in seiner Funktion als Minister für Umwelt und natürliche Ressourcen sowie Luis Henry Molina, Präsident des Obersten Gerichtshofs, ein Abkommen unterzeichneten, um alle Einheiten des Nationalen Systems der Schutzgebiete (SINAP) mit Eigentumstiteln auszustatten.

Nach Angaben der Regierung wurden bis heute über 730 Millionen Quadratmeter im Nationalpark Jaragua und im Nationalen Erholungsgebiet Bahía de Las Águilas sowie im Nationalpark José del Carmen Ramírez tituliert – diese liegen in den Provinzen Barahona, Pedernales und San Juan.

Trotz des Zeitraums von vier Jahren werden nun 35,2 Millionen Quadratmeter im Los Haitises Nationalpark und 7,9 Millionen Quadratmeter in der Forstreserve Loma Novillero in Villa Altagracia mit Eigentumstiteln versehen. Der bisher geringe Fortschritt, so eine im Vorjahr vom Listín Diario angeforderte Regierungsinformation, sei größtenteils auf den Mangel an Kataster- und Parzellierungsdaten in allen Einheiten des SINAP zurückzuführen.

„Es ist wichtig zu betonen, dass dieser Prozess eine große Herausforderung darstellt, die Zeit, Ressourcen und qualifiziertes Personal erfordert. Eines der Hauptprobleme besteht in der unzureichenden Identifikation und Katalogisierung der Parzellen und Katasterdaten sämtlicher Schutzgebiete des Landes. Ein hoher Prozentsatz der Flächen wurde nie einer Parzellierungsaktualisierung unterzogen, da viele entweder durch Ersitzung (Usucapión) beansprucht werden und daher nicht in ein Bereinigungsverfahren überführt wurden, oder weil sie auf einfachen Besitzbescheinigungen beruhen, deren registrierte Form keine formale Parzellierung im Sinne des Gesetzes Nr. 108-05 über das Immobilienregister und seiner ergänzenden Vorschriften erlaubt“, erklärte das Umweltministerium in einem Schreiben an die Zeitung vom 8. August 2024, in dem nach dem Stand der Arbeiten gefragt wurde.

In der Dokumentation wurde erläutert, dass für die Ausweisung eines Schutzgebiets ursprünglich keine Kataster- oder Parzellierungserhebung erforderlich war. Um jedoch die Eigentumstitel für alle Flächen zu erlangen, seien nun technische und topografische Feldarbeiten nötig, um die detaillierten Katasterinformationen zu sammeln, die die Immobiliengerichtsbarkeit für die Ausstellung der entsprechenden Eintragungen zugunsten des dominikanischen Staates verlangt.

„Mehrere Sitzungen und technische Arbeitstreffen wurden mit der Immobiliengerichtsbarkeit abgehalten, um gemeinsame Arbeitspläne zu definieren, Personalressourcen für die Feldarbeiten bereitzustellen und die spezifischen Anforderungen festzulegen, die für die Bearbeitung der Titulierungsanträge der öffentlichen Schutzgebiete notwendig sind“, hieß es in dem Schreiben, das zudem bestätigte, dass bis zu diesem Zeitpunkt kein einziges Gebiet über Eigentumstitel verfügte.

Im August 2024 waren als prioritäre Gebiete für die Titulierung ausgewiesen: das Naturdenkmal Cueva de las Maravillas mit 13.007.706,25 m², das Wildschutzgebiet Laguna Mallén mit 1.670.968,65 m² – beide im Gebiet des Río Cumayasa – sowie das Naturdenkmal Salto de Socoa mit 58.878.540,61 m².