Die Dominikanische Republik bereitet sich auf einen außergewöhnlichen Zustrom von Besuchern vor, nachdem der Hurrikan Melissa schwere Schäden in Jamaika, den Bahamas, Kuba und Haiti verursacht hat.
Der Präsident der Zivilluftfahrtbehörde (JAC), Héctor Porcella, teilte mit, dass die Behörde 800 zusätzliche Linien- und Charterflüge genehmigt hat, um die unerwartete Nachfrage während der Hochsaison abzufangen.
„All dieser Tourismus wird nun in die Dominikanische Republik umgeleitet“, erklärte Porcella und erläuterte, dass tausende Reisende mit Reservierungen in den betroffenen Regionen aufgrund des Zusammenbruchs der touristischen Infrastruktur in das Land verlegt werden.
Er bezeichnete die Verwüstungen durch das Naturphänomen als bedauerlich, hob jedoch hervor, dass das Land bereit sei, den Anstieg der Passagiere in den kommenden Wochen zu bewältigen.
Die Aussagen tätigte er während eines Weihnachtsessens mit Journalisten, die den Flughafen Las Américas, José Francisco Peña Gómez, als Berichterstattungsgebiet betreuen.
Luftfahrtbetrieb auf historischem Rekordniveau
Porcella berichtete, dass zwischen 2020 und 2024 insgesamt 135.000 Flugoperationen abgewickelt wurden. Für den Zeitraum 2020–2025 wird erwartet, dass die Zahl bis Dezember über 140.000 steigt.
Bis zum 31. September wurden bereits mehr als 14 Millionen Passagiere befördert; die Prognose für Ende 2025 liegt bei über 19 Millionen Ein- und Ausreisen über die nationalen Flughäfen.
Ein historisches ICAN für die dominikanische Luftfahrt
Porcella hob zudem die beispiellosen Ergebnisse hervor, die auf der ICAN 2025 erzielt wurden – der weltweit wichtigsten Verhandlungsplattform für Luftverkehrsabkommen, organisiert von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und erstmals in der Dominikanischen Republik ausgetragen.
An der Veranstaltung nahmen 98 Länder und mehr als 600 Delegierte teil. Die dominikanische Delegation absolvierte 35 Verhandlungsrunden, von denen 20 in bilateralen Abkommen mündeten – ein absoluter Rekord für das Land.
Mit den neuen Vereinbarungen stieg die Zahl der Luftverkehrsabkommen von 73 auf 93, womit sich die Dominikanische Republik als regionale Luftfahrtmacht etabliert. Aktuell ist das Land die zweitbeste vernetzte Nation Lateinamerikas, mit 414 aktiven Routen.
„Eine kleine Insel wie unsere ist heute ein Gigant der Luftfahrt in der Karibik und der Region“, sagte Porcella.
Neue Routen und größere Konnektivität
Porcella erklärte, dass die ICAN-Abkommen keine sofortigen Flugrouten eröffnen, jedoch den rechtlichen Rahmen für deren spätere kommerzielle Umsetzung schaffen.
„Nun kommt die Eröffnung neuer Routen als Folge dieser Vereinbarungen. Es sind Luftverkehrsfreiheiten, die die Konnektivität effizienter machen werden“, betonte er.
Ein besonders bedeutender Fortschritt ist das Abkommen mit Katar, das die Aufnahme einer Direktverbindung Katar–Punta Cana ermöglicht. Diese soll zunächst mit Frachtflügen beginnen; nach Ankunft neuer Flugzeuge in Katar sind Passagierflüge innerhalb von rund sechs Monaten vorgesehen. Damit würden sich Verbindungen nach Singapur, Dubai, Kuala Lumpur und weiteren Zielen im Golf und in Asien eröffnen.
Zum Thema Russland erklärte Porcella, dass es Fortschritte gebe, eine Wiederaufnahme der Flüge jedoch von der geopolitischen Lage abhänge. „Wir sind sehr nah dran, aber es ist eine Staatsangelegenheit“, sagte er.
Politik der offenen Himmel unter Abinader
In den vergangenen fünf Jahren wurden unter Präsident Luis Abinader insgesamt 50 Luftverkehrsabkommen unterzeichnet oder erneuert, als Teil einer Politik des offenen Luftraums zur Förderung der internationalen Konnektivität.
Sonderplan für die Weihnachtssaison
Porcella kündigte an, dass der Nationale Ausschuss für Erleichterung ein Sonderprogramm zwischen Zoll, Migration, CESAC, IDAC und der Flughafenbehörde durchführen wird, um den Passagierfluss im Dezember, Januar und Februar zu beschleunigen – auch wenn die JAC selbst keine „Weihnachtsfreistellung“ gewähren kann.
Mit 800 zusätzlichen Flügen, Rekorden in der Konnektivität und neuen internationalen Luftfahrtchancen bestätigt die Dominikanische Republik im Jahr 2025 ihre Position als regionales Luftfahrtdrehkreuz und als wichtigste touristische Zufluchtsdestination in der Karibik nach den Auswirkungen des Hurrikans Melissa.
