Fehlende Eigentumstitel, mangelnde technische Ausbildung junger Menschen und geringes Interesse an Unternehmertum gelten als zentrale Hindernisse für eine nachhaltige touristische Entwicklung in Pedernales.
Diese Einschätzung wurde bei einer Konferenz der Cooperativa Cootralcoa vorgestellt. Referentin war Emily López, Exekutiv-Vizepräsidentin der Fundación Reservas del País.
López sprach über Unternehmertum, Ausbildung von Fachkräften, nachhaltige strategische Projekte und die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen. Diese Faktoren seien entscheidend, um einen umfassenden Entwicklungsplan für die Provinz voranzubringen.
Sie rief die Einwohner von Pedernales dazu auf, sich stärker in die lokale Wirtschaft einzubringen. Dafür könnten sie finanzielle und technische Unterstützung nutzen, die sowohl Cootralcoa als auch die Fundación Reservas del País anbieten.
Ziel sei es, Projekte zu ermöglichen, die die lokale und regionale Wirtschaft beleben.
Trotz verfügbarer Finanzierungsmöglichkeiten sehen viele Beteiligte das größte Problem weiterhin in der fehlenden rechtlichen Absicherung von Grundstücken.
Studenten, Unternehmer, Lehrer, Anwälte und weitere anwesende Gruppen waren sich einig, dass die fehlenden Eigentumstitel Investitionen erschweren oder ganz verhindern.
Der Anwalt Rubén Manuel Matos Suárez erklärte, zahlreiche Investoren hätten geplante Vorhaben in Pedernales nicht umsetzen können, weil die Grundstücke nicht über die nötige rechtliche Dokumentation verfügten.
Nach seinen Angaben seien in seiner Kanzlei bereits viele Investoren vorstellig geworden, deren Projekte an fehlenden Eigentumstiteln gescheitert seien.
Zu den offenen Fällen zählt das Immobilienprojekt BONBOGA des Investors Javier Bonnet. Das Vorhaben wird mit mehr als 300 Millionen US-Dollar bewertet.
Laut Matos Suárez konnte das Projekt wegen Konflikten um Grundstücksbesetzungen und Problemen bei der Eigentumsklärung nicht vollständig entwickelt werden.
Der Jurist sieht darin ein wiederkehrendes Problem in der Provinz. Fehlende Titel begünstigten irreguläre Besetzungen, selbst bei Flächen, deren Legalisierung bereits im Gange sei.
Cootralcoa betonte, die Genossenschaft biete nicht nur Finanzierung an, sondern auch Beratung und Bildung für Mitglieder und die Bevölkerung. Damit sollen nachhaltige Investitionen gefördert werden, die zur ganzheitlichen Entwicklung von Pedernales passen.
Ein weiteres Hindernis betrifft die Ausbildung der lokalen Bevölkerung. Der Bürgermeister von Pedernales, Alfredo Francés, erklärte, viele junge Menschen zeigten wenig Interesse an technischer Qualifizierung.
Als Grund nannte er, dass sie in informellen Tätigkeiten schnellere Einnahmen erzielen könnten. Dazu zählten etwa Motoconcho-Fahrten, der Verkauf von frittierten Speisen, Autowäsche und andere einfache Erwerbsformen.
Francés betonte, die touristische Entwicklung von Pedernales müsse mit einer besseren technischen Ausbildung der Bevölkerung einhergehen.
Nur so könnten die Einwohner die Chancen nutzen, die durch neue Investitionsprojekte in der Region entstehen.
Für Pedernales ist diese Frage besonders wichtig. Die Provinz gilt als eines der strategischen Zukunftsgebiete des dominikanischen Tourismus. Damit die Entwicklung langfristig der lokalen Bevölkerung zugutekommt, braucht es jedoch Rechtssicherheit, Ausbildung und tragfähige lokale Unternehmen.
Gerade in Pedernales zeigt sich, dass Tourismusentwicklung nicht allein vom Bau neuer Hotels abhängt. Entscheidend sind auch Grundstücksrecht, Infrastruktur, berufliche Qualifikation und die Beteiligung der Bevölkerung.
Pedernales zwischen Naturraum und Entwicklung
Pedernales gehört zu den landschaftlich außergewöhnlichen Regionen der Dominikanischen Republik. Die touristische Entwicklung im Südwesten steht jedoch vor der Aufgabe, Naturschutz, Investitionen und lokale Teilhabe miteinander zu verbinden.

