Luxus auf Dominikas Straßen

Jeder 13. Pkw in der Dominikanischen Republik ist Luxusklasse

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In der Dominikanischen Republik ist etwa jedes 13. Auto oder SUV dem Luxus- oder Premiumsegment zuzurechnen. Das zeigen Daten der Dirección General de Impuestos Internos (DGII) zum Fahrzeugbestand.

Der Befund wirft ein Schlaglicht auf die ungleiche Verteilung von Wohlstand im Land. Denn während ein großer Teil der Bevölkerung kein eigenes Auto besitzt, wächst zugleich der Bestand hochwertiger Fahrzeuge deutlich.

Nach den jüngsten DGII-Zahlen waren Ende 2025 insgesamt 6.640.872 Fahrzeuge registriert. Davon entfielen 57,9 Prozent auf Motorräder. Automobile machten 17,9 Prozent aus, „Jeepetas“, also SUVs und Geländewagen, weitere 12 Prozent.

Zusammen waren damit 1.986.434 Autos und SUVs auf dominikanischen Straßen registriert. Bei einer Bevölkerung von mehr als elf Millionen Menschen entspricht das rein rechnerisch einem Anteil von rund 18 Prozent.

Tatsächlich dürfte der Anteil der Haushalte mit eigenem Pkw geringer sein, da viele Familien oder Unternehmen mehr als ein Fahrzeug besitzen.

Besonders auffällig ist das Premiumsegment. Rund 148.000 Fahrzeuge gelten als Luxus- oder Hochklassemodelle. Das entspricht 7,4 Prozent des Bestands an Autos und SUVs.

Seit 2020 wurden etwa 52.581 Premiumfahrzeuge neu registriert. Damit stammt rund ein Drittel des heutigen Luxusfahrzeugbestands aus den vergangenen fünf Jahren.

Zwischen 2020 und 2025 wuchs der Bestand an Autos und SUVs insgesamt von 1.511.213 auf 1.986.434 Einheiten. Das ist ein Plus von 475.221 Fahrzeugen.

Etwa jedes zehnte in diesem Zeitraum hinzugekommene Fahrzeug mit vier Rädern gehörte dem Premiumsegment an.

Zu den bei der DGII aufgeführten Premiummarken zählen unter anderem Volvo mit 3.621 Einheiten, Audi mit 3.308, Mercedes-Benz mit 16.376 und BMW mit 8.821 Fahrzeugen.

Hinzu kommen Marken wie Porsche mit 1.485 Einheiten, Alfa Romeo mit 468 und Ferrari mit 178 Fahrzeugen. Auch Rolls-Royce, Bentley, Aston Martin, McLaren, Lotus und Lamborghini sind im dominikanischen Fahrzeugbestand vertreten.

Einzelne Modelle dieser Marken erreichen internationale Preise von mehreren Hunderttausend US-Dollar. Bei Marken wie Lamborghini, Ferrari oder Bentley können die Verkaufspreise je nach Modell deutlich über einer halben Million US-Dollar liegen.

Der Luxusbestand steht in deutlichem Kontrast zur allgemeinen Struktur des Fahrzeugparks. In der Dominikanischen Republik sind 83,7 Prozent der Fahrzeuge älter als fünf Jahre.

Nur 16,3 Prozent der registrierten Fahrzeuge wurden zwischen 2021 und 2026 hergestellt und sind damit sechs Jahre alt oder jünger.

Nach den Daten zum Jahresende 2024 umfasste der Fahrzeugbestand 6.194.052 Einheiten. Davon waren 62 Prozent bereits mehr als zehn Jahre in Verkehr.

Besonders deutlich wird die Alterung des Fahrzeugparks daran, dass 26,3 Prozent der registrierten Fahrzeuge aus dem Jahr 2000 oder früher stammen. Das entspricht rund 1.631.006 Fahrzeugen mit mehr als 25 Jahren Nutzung.

Auch räumlich ist der Fahrzeugbestand stark konzentriert. 59 Prozent aller registrierten Fahrzeuge befinden sich im Distrito Nacional, in Santo Domingo, Santiago und La Vega. Die übrigen Provinzen teilen sich 41 Prozent.

Beim Bestand an Autos und SUVs liegen nur drei Gebiete über 100.000 Einheiten: der Distrito Nacional mit 736.270, Santo Domingo mit 444.072 und Santiago mit 216.046 Fahrzeugen.

Wird der gesamte Fahrzeugbestand einschließlich Motorrädern und anderer Transportmittel betrachtet, nähert sich allein der Distrito Nacional der Marke von zwei Millionen registrierten Fahrzeugen.

Die Zahlen treffen auf ein Land, das zwar Fortschritte bei Einkommen und Armutsbekämpfung verzeichnet, aber weiterhin deutliche Unterschiede in der Wohlstandsverteilung aufweist.

Nach Angaben der Oficina Nacional de Estadística lag der Gini-Index Ende 2024 bei 0,374. Dieser Wert steht für eine moderate, aber weiterhin spürbare Ungleichheit bei der Einkommensverteilung.

Seit Februar 2026 bewegt sich der monatliche Mindestlohn im nicht sektorisierten Privatsektor je nach Unternehmensgröße zwischen RD$16.993,20 für Kleinstunternehmen und RD$29.988 für große Unternehmen.

Präsident Luis Abinader erklärte in seiner Rechenschaftsrede vom 27. Februar, die allgemeine Armut sei zwischen 2024 und 2025 von 19 auf 17,3 Prozent gesunken. Die extreme Armut sei von 2,4 auf 2,2 Prozent zurückgegangen.

Der Fahrzeugbestand zeigt damit zwei Seiten der dominikanischen Realität: eine wachsende zahlungskräftige Schicht mit Zugang zu hochwertigen Importfahrzeugen und zugleich einen großen Teil der Bevölkerung, der auf Motorräder, ältere Fahrzeuge oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bleibt.