Die Provinz Monseñor Nouel gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutenden Bergbauregionen der Dominikanischen Republik. Während die Förderung von Rohstoffen wie Ferronickel einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft leistet, berichten Bewohner mehrerer Gemeinden weiterhin über erhebliche Defizite bei Wasser, Straßen, Stromversorgung und öffentlicher Infrastruktur.
Besonders deutlich wird dieser Gegensatz außerhalb der größeren Orte Bonao, Maimón und Piedra Blanca. Nach Recherchen des Listín Diario klagen Bewohner der näher an den Bergbaugebieten gelegenen Gemeinden La Raíz, El Copey, Los Martínez und Brisas del Copey über eine unzureichende Grundversorgung.
Trinkwasser bleibt eines der größten Probleme
Zu den häufigsten Beschwerden gehört die Wasserversorgung. In mehreren Gemeinden reichen bestehende Systeme nach Angaben der Bewohner nicht mehr aus. In La Raíz, El Copey und Los Martínez haben deshalb viele Haushalte eigene Brunnen gebohrt.
Ein bereits 2017 gefordertes Wasserprojekt ist nach Angaben des Gemeindevertreters José Luis Peña Polanco bis heute nicht umgesetzt worden. Das Bergbauunternehmen Cormidom habe vor etwa sechs Jahren Metallrohre im Wert von rund sechs Millionen Pesos für einen Aquädukt bereitgestellt. Die Installation sollte durch die regionale Wasserbehörde Coramon erfolgen.
Nach Aussagen der Bewohner waren Anfang dieses Jahres noch etwa 92 verzinkte Rohre vorhanden. Ein Teil davon lagerte längere Zeit ungeschützt im Freien und wurde später in einem Gemeindezentrum untergebracht.
Auch in Brisas del Copey ist die Situation angespannt. Der Vorsitzende der dortigen Nachbarschaftsvereinigung, Elpidio Rivera Guzmán, erklärte, lediglich etwa drei Prozent der Bewohner hätten Zugang zu Trinkwasser. Gleichzeitig fehlen dort nach seinen Angaben asphaltierte Straßen und eine ausreichende Kanalisation.
Schulen, Gesundheit und Infrastruktur
Nach den im Ausgangstext genannten Daten entfallen 28 der registrierten öffentlichen Projekte in Monseñor Nouel auf den Bildungsbereich. Trotzdem zeigen die Ergebnisse der nationalen Abschlussprüfungen weiterhin deutliche Probleme.
In der Bildungsregion Cotuí, zu der Monseñor Nouel und Sánchez Ramírez gehören, wurden 2025 bei 9.936 Schülerinnen und Schülern insgesamt 1.388 nicht bestandene Prüfungsleistungen registriert. Besonders häufig betroffen war Mathematik.
Auch im Gesundheitsbereich gibt es Kritik an der vergleichsweise geringen Zahl öffentlicher Projekte. Von 84 im ersten Jahresdrittel erfassten Vorhaben entfielen dem Bericht zufolge lediglich sechs auf die Gesundheitsversorgung.
Gleichzeitig wurden einzelne Verbesserungen umgesetzt. Im Juni übergab Präsident Luis Abinader das renovierte und erweiterte Krankenhaus von Maimón sowie ein Zentrum für medizinische Grundversorgung.
Weitere Probleme zeigen sich bei kommunaler Infrastruktur. Bewohner verweisen unter anderem auf den schlechten Zustand des Friedhofs für Los Martínez und El Copey sowie auf beschädigte Strommasten und Hochspannungsleitungen in La Raíz.
Streit über die Verwendung von Bergbaugeldern
Besonders kritisch sehen mehrere Gemeinden den Umgang mit Geldern, die aus der Bergbautätigkeit stammen.
Nach der im Ausgangstext genannten Ley 91-05 sollen zehn Prozent der Einnahmen aus dem Bergbau für Entwicklungsprojekte in Monseñor Nouel verwendet werden. Die Verwaltung entsprechender Mittel erfolgt unter anderem über den Consejo para el Desarrollo de Monseñor Nouel beziehungsweise Strukturen zur Verwaltung der Bergbaugelder.
Gemeindevertreter bezweifeln jedoch, dass die vorhandenen Mittel ausreichend sichtbar in Verbesserungen vor Ort umgesetzt werden. José Luis Peña Polanco kündigte an, die Verwendung zukünftiger Gelder stärker kontrollieren zu wollen.
Bereits 2022 hatten Bewohner mit einem friedlichen Protest Verbesserungen gefordert. Anschließend stellte Cormidom nach Angaben des Berichts 29 Millionen Pesos für verschiedene kommunale Projekte zur Verfügung. Einige der geplanten Maßnahmen seien jedoch bis heute nicht vollständig abgeschlossen worden.
Der Bericht nennt für 2025 außerdem eine Überweisung von 39,825 Millionen Pesos durch Fomisar an die zuständige Organisation. Eine Stellungnahme zu den konkreten Einnahmen und deren Verwendung konnte die Zeitung nach eigenen Angaben weder von dem zuständigen Rat noch von der Provinzverwaltung erhalten.
Fast zwei Monate nach dem letzten Besuch berichteten Vertreter der Gemeinden von einzelnen Verbesserungen infolge ihrer Proteste. Wasserversorgung, Elektrifizierung und asphaltierte Straßen blieben jedoch zentrale Forderungen.
Der Fall Monseñor Nouel zeigt damit einen grundlegenden Konflikt vieler Rohstoffregionen: Wirtschaftlich bedeutende Bodenschätze sorgen nicht automatisch dafür, dass die unmittelbar betroffenen Gemeinden gleichermaßen von Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen profitieren.
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