Für viele Haushalte in der Dominikanischen Republik wird es zunehmend schwierig, die laufenden Kosten bis zum Monatsende zu decken. Miete, Lebensmittel, Strom und tägliche Fahrten verbrauchen einen großen Teil des verfügbaren Einkommens. Reicht das Geld nicht aus, greifen Betroffene auf Kredite, Kreditkarten oder den traditionellen Einkauf auf Rechnung im Colmado zurück.
Besonders angespannt ist die Situation bei Haushalten mit niedrigen Einkommen. Nach den im Bericht genannten Zahlen können bereits die monatlichen Ausgaben für Lebensmittel bei rund 30.000 Pesos liegen. Ein gesetzlicher Mindestlohn von 29.500 Pesos würde damit allein für die Ernährung eines Haushalts kaum ausreichen – Miete, Strom, Transport und andere Kosten wären noch nicht berücksichtigt.
Für Menschen ohne Zugang zu Bankkrediten oder Kreditkarten bleiben häufig informelle Finanzierungsformen. Dazu gehört das „fiao“, bei dem Lebensmittel und andere Waren im Colmado angeschrieben und später bezahlt werden.
Hinzu kommen private Geldverleiher. Eine im Bericht zitierte informelle Händlerin berichtet von Zinssätzen von bis zu 20 Prozent pro Monat, die für kurzfristige Darlehen etwa für Lebensmittel oder Medikamente verlangt würden. Solche Kredite können akute Engpässe überbrücken, erhöhen jedoch gleichzeitig die finanzielle Belastung der folgenden Monate erheblich.
Auch Haushalte mit Einkommen zwischen etwa 45.000 und 70.000 Pesos monatlich seien von dem Problem betroffen. Dort übernehmen häufig Kreditkarten die Funktion eines finanziellen Puffers. Lebensmittel, Benzin oder andere laufende Ausgaben werden mit Karte bezahlt, während das Einkommen zunächst für Miete, Strom und bestehende Verpflichtungen verwendet wird.
Mehrere der im Ausgangsbericht befragten Personen beschreiben einen Kreislauf, bei dem Kreditkartenschulden umgeschichtet oder neue Bankdarlehen aufgenommen werden, um bestehende Verbindlichkeiten zusammenzufassen.
Miete und Strom belasten das Budget
Als besonders problematisch werden steigende Wohn- und Energiekosten beschrieben. Ein befragter Bauarbeiter berichtet beispielsweise, dass seine Monatsmiete auf 16.000 Pesos gestiegen sei, während sich seine Stromrechnung von früher etwa 1.200 auf inzwischen rund 2.600 Pesos erhöht habe.
Auch saisonale Ausgaben können Haushalte zusätzlich belasten. Der Bericht nennt für Schulmaterial Kosten von bis zu 8.000 Pesos pro Kind oder Jugendlichen, selbst wenn eine öffentliche Schule besucht wird.
Noch schwieriger wird die Situation bei ungeplanten Ausgaben. Fahrzeugreparaturen, defekte Haushaltsgeräte oder medizinische Eigenbeteiligungen können ein bereits knapp kalkuliertes Monatsbudget vollständig aus dem Gleichgewicht bringen.
Ein Betroffener berichtet beispielsweise, wegen einer medizinischen Rechnung von 10.000 Pesos Geld bei einem privaten Kreditgeber aufgenommen zu haben. Die anschließend zu zahlenden Zinsen hätten die Rückzahlung erheblich verlängert.
Schulden werden Teil des Alltags
Das grundlegende Problem besteht darin, dass kurzfristige Kredite häufig nicht zur Finanzierung größerer Anschaffungen, sondern für alltägliche Ausgaben verwendet werden. Werden Lebensmittel auf Kredit gekauft oder Rechnungen durch neue Darlehen bezahlt, verschiebt sich der finanzielle Engpass lediglich in den nächsten Monat.
Besonders hohe informelle Zinsen können diesen Effekt noch verstärken. Ein wachsender Teil des Einkommens fließt dann nicht mehr in den laufenden Lebensunterhalt, sondern in die Bedienung bereits bestehender Schulden.
Der Bericht verweist zudem auf die sozialen Folgen dieser Situation. Dauernde finanzielle Unsicherheit und der Druck durch Gläubiger können das Familienleben erheblich belasten und Möglichkeiten zum Sparen oder für zusätzliche Ausgaben stark einschränken.
Die geschilderten Einzelfälle sind keine statistisch repräsentative Erhebung. Sie zeigen jedoch, wie Haushalte unterschiedlicher Einkommensgruppen versuchen, finanzielle Lücken zwischen Einkommen und laufenden Lebenshaltungskosten zu schließen.
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