Eine ungewöhnliche Kontrollmethode des Stromversorgers Edesur sorgt im Großraum Santo Domingo für Kritik. Nach Angaben des auf Verbraucherschutz im Stromsektor spezialisierten Marino Hilario sollen Mitarbeiter des Unternehmens bei Kontrollen in Haushalten alte elektrische Bügeleisen verwenden, um die Belastung beziehungsweise Kalibrierung der Stromversorgung zu überprüfen.
Hilario dokumentierte nach eigenen Angaben einen solchen Einsatz im Stadtteil El Millón per Video. Das Bügeleisen sei dabei in einer Box untergebracht und als elektrischer Verbraucher genutzt worden.
Ob diese Methode einem regulären technischen Prüfverfahren von Edesur entspricht, geht aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor. Eine Stellungnahme des Unternehmens wird darin ebenfalls nicht genannt.
Hilario verbindet den Fall mit einer grundsätzlicheren Kritik an den Stromabrechnungen der staatlichen Verteilunternehmen. Nach seiner Darstellung gebe es landesweit wiederholt Beschwerden über ungewöhnlich hohe Rechnungen.
Bei Kontrollen würden zudem Protokolle über sogenannte nicht vorsätzliche Unregelmäßigkeiten erstellt, wenn nach Auffassung der Stromversorger zuvor nicht abgerechneter Verbrauch festgestellt werde. Für die betroffenen Kunden könnten daraus Nachforderungen entstehen.
Kritik an Beschwerdeverfahren
Hilario kritisiert außerdem die Abläufe bei Reklamationen. Kunden würden teilweise mit kurzfristigen Zahlungsfristen konfrontiert und könnten sich dadurch gedrängt sehen, Zahlungsvereinbarungen zu akzeptieren, bevor ihre Einwände abschließend geprüft seien.
Auch die zuständigen Stellen der Superintendencia de Electricidad und die Verbraucherschutzstelle Protecom stehen in seiner Kritik. Nach Angaben Hilarios gebe es dort Fälle, die bereits seit zwei oder drei Jahren unbearbeitet seien.
Er vertritt zudem die Auffassung, dass Verbraucher bei Streitigkeiten faktisch häufig selbst nachweisen müssten, dass eine Abrechnung oder ein festgestellter Verbrauch fehlerhaft sei. Die Aufsichtsbehörde führe nach seiner Darstellung nicht in jedem Fall unabhängige technische Kontrollen durch.
Hilario sieht darin eine Einschränkung der Rechte von Stromkunden und verweist auf die Ley 107-13, die die Rechte von Bürgern im Umgang mit staatlichen Stellen regelt.
Der Ausgangstext enthält allerdings weder eine Stellungnahme von Edesur noch von Protecom oder der Superintendencia de Electricidad zu den erhobenen Vorwürfen. Damit bleibt offen, wie die betroffenen Institutionen die geschilderten Prüfmethoden und Beschwerdeverfahren bewerten.
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