Der Preisanstieg bei frischem Huhn, Maniok, grünen Kochbananen (guineos verdes), weichem Brot (pan sobado), Salami und weiteren Grundnahrungsmitteln der dominikanischen Bevölkerung führte im Juli zu einem Anstieg von 0,47 % im Bereich „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“. Die allgemeine Inflationsrate lag im selben Monat bei 0,38 %.
Laut dem Bericht zur Entwicklung des Verbraucherpreisindex (IPC) hob die Zentralbank der Dominikanischen Republik hervor, dass frisches Huhn den stärksten Preisanstieg verzeichnete – bedingt durch die Kombination aus hohen Temperaturen und Regenzeit, die sich saisonal negativ auf die Produktivität auswirken.
Andere Produkte wie Knoblauch, Avocados, Limetten, Sojaöl, Orangen und Zwiebeln hingegen wurden günstiger, was laut Zentralbank die Teuerung in diesem Segment teilweise abmilderte.
Etwa 90 % der gemessenen Inflation im Juli entfielen auf fünf Gruppen: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, Wohnen, Transport, Restaurants und Hotels sowie diverse Waren und Dienstleistungen.
Die Gruppe Wohnen verzeichnete einen Anstieg von 0,74 %, was vor allem auf höhere Preise für Flüssiggas für den Haushalt und steigende Mietkosten zurückzuführen ist. Transport stieg um 0,24 % – beeinflusst durch Preisänderungen beim Autogas (GLP), Gasoil, bei Fahrzeugen sowie bei Transportdiensten wie Motorradtaxis (motoconchos) und öffentlichen Sammeltaxis.
Restaurants und Hotels verzeichneten eine Teuerung von 0,43 %, was auf Preissteigerungen bei außer Haus konsumierten Speisen zurückzuführen ist. Die Kategorie Diverse Waren und Dienstleistungen stieg um 0,34 %, insbesondere aufgrund gestiegener Preise bei Körperpflegeprodukten und -dienstleistungen.
Insgesamt verzeichnete der Verbraucherpreisindex (IPC) im Juli 2025 einen monatlichen Anstieg von 0,38 %. Die jährliche Inflationsrate lag bei 3,40 %, was im Vergleich zu den 3,56 % im Juni einen Rückgang um 0,16 Prozentpunkte bedeutet.
Die Zentralbank betont, dass sich die Inflation seit nunmehr 27 Monaten im Zielkorridor von 4,0 % ± 1,0 % befindet – und damit zu den niedrigsten Raten unter den nicht dollarisierten Volkswirtschaften Lateinamerikas zählt.
Die Kerninflation (ohne volatile oder regulierte Preise) betrug im Juli 0,30 % und lag im Jahresvergleich bei 4,19 % – ebenfalls innerhalb des Zielkorridors. Diese Kennziffer ermöglicht laut BCRD eine präzisere Einschätzung für die Geldpolitik, da sie stark schwankende oder staatlich regulierte Preise wie Lebensmittel, Kraftstoffe, Strom, Transport sowie Alkohol und Tabak ausklammert.
Inflation bei handelbaren und nicht handelbaren Gütern
Bei handelbaren Gütern lag der Preisanstieg im Juli bei 0,39 % – insbesondere durch höhere Preise bei GLP, Lebensmitteln, Pauschalreisen und Autos. Bei nicht handelbaren Gütern und Dienstleistungen betrug der Anstieg 0,37 %.
Inflation nach Regionen
Die regionale Aufschlüsselung zeigt im Vergleich zu Juni 2025 folgende Preisentwicklungen:
- Region Ozama (Nationaldistrikt und Santo Domingo): +0,31 %
- Region Nord/Cibao: +0,42 %
- Region Ost: +0,41 %
- Region Süd: +0,47 %
Die stärkste Teuerung in der Südregion ist vor allem auf die Preisentwicklungen in den Bereichen Nahrungsmittel und Transport zurückzuführen. Die Region Ozama wies die moderateste Inflation auf – bedingt durch geringere Preissteigerungen in diesen Bereichen und eine stärkere Gewichtung des Segments Wohnen.
Inflation nach Einkommensgruppen (Quintilen)
Die Inflationsraten nach sozioökonomischen Gruppen zeigten:
- Quintil 1 (niedrigstes Einkommen): 0,39 %
- Quintil 2: 0,44 %
- Quintil 3: 0,43 %
- Quintil 4: 0,36 %
- Quintil 5 (höchstes Einkommen): 0,27 %
Die geringste Inflation im höchsten Quintil (5) ist darauf zurückzuführen, dass Nahrungsmittel dort ein geringeres Gewicht im Warenkorb haben und sinkende Flugpreise den Effekt im Bereich Transport abgeschwächt haben.
