El Astillero (auch Estiellero genannt) an der Nordküste von Samaná war bis vor Kurzem ein lebendiges Beispiel für den Naturreichtum der dominikanischen Küsten.
Vor seinen seichten Gewässern erstreckte sich eine gesunde Seegraswiese, bestehend aus dichten Beständen von Thalassia testudinum und Syringodium filiforme. Diese dienten zahlreichen Arten als Nahrungs- und Rückzugsraum – darunter den bedrohten Karibik-Manatis, eine der am stärksten gefährdeten Meeressäugetierarten der Region.
Die Nordküste von Samaná, zwischen Portillo und El Limón, gilt als bedeutendes Rückzugsgebiet („Hotspot“) für Manatis sowie andere Arten wie Rochen und Meeresschildkröten, die eng mit gesunden Seegraswiesen verbunden sind.
Während des Nationalen Manati-Zensus 2022–2023, durchgeführt von der Fundación Dominicana de Estudios Marinos (Fundemar), wurde in der Region eine größere Gruppe von Manatis identifiziert, die dort bislang ein reichhaltiges, ruhiges und intaktes Ökosystem vorfanden.
Am 6. August dieses Jahres jedoch bot sich den Fachleuten von Fundemar, die im Rahmen eines Monitorings Manatis in der Gegend beobachteten, ein völlig anderes Bild: El Astillero hat viel von seiner einstigen Unterwasserpracht eingebüßt.
Ein Großteil der Seegraswiese – insbesondere im Bereich nahe des Kanals, der mit einem seit 2023 abgestorbenen Mangrovenwald verbunden ist – zeigt deutliche Anzeichen von Degradation: Verlust der Vegetationsdecke, kahle Stellen und lose Sedimente, die das Wasser bei jeder Wellenbewegung trüben.
