Das Institut für Innovation in Biotechnologie und Industrie (IIBI) hat darauf hingewiesen, dass das Vorkommen von Bakterien, die gegen gängige Antibiotika resistent sind, in den wichtigsten Flüssen des Landes ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellt.
Die Institution empfiehlt, die Umweltüberwachung zu verstärken, Selbstmedikation zu vermeiden und die Behandlung von Abwässern zu verbessern.
Die Erkenntnisse stammen aus einer Untersuchung in den Flüssen Ozama, Isabela, Yaque del Norte und Yaque del Sur. Dort wurden Mikroorganismen wie Escherichia coli, Klebsiella, Pseudomonas und Acinetobacter festgestellt.
Diese Bakterien, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als prioritär eingestuft, weil sie Resistenzen gegen Medikamente aufweisen, sind mit Infektionen des Darms, der Harnwege, der Atemwege und der Haut verbunden.
Die Studie wurde von einem Team junger dominikanischer Wissenschaftler des IIBI in Zusammenarbeit mit den Universitäten Intec, Isfodosu und ISA unter der Leitung von Dr. Edian F. Franco und Professor Luis O. Maroto durchgeführt.
Zum Einsatz kamen Techniken der Ganzgenom-Sequenzierung und der Metagenomik – ein Ansatz, der über die klassische Mikrobiologie hinausgeht. Damit lässt sich nicht nur feststellen, welche Bakterien vorhanden sind, sondern auch, welche Eigenschaften sie besitzen. Dieser Ansatz erleichtert die Rückverfolgung von Verschmutzungsquellen, die Lokalisierung kritischer Einleitungen und die Ausrichtung von Gegenmaßnahmen.
Gelangen diese Organismen in die Umwelt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Nahrungsmittel, Trinkwasser oder zu Menschen gelangen, die die Flüsse zum Baden oder Arbeiten nutzen. Im Falle einer Infektion können Behandlungen dadurch länger, teurer und weniger wirksam werden.
Das IIBI, unter der Leitung des Ingenieurs Osmar Olivo, ruft die Bevölkerung zu mehr Bewusstsein auf, um die heimischen Wasserquellen zu schützen und zu retten. Es erinnert daran, dass Flusswasser lebenswichtig für Gesundheit, Landwirtschaft, Wirtschaft und Alltag der Dominikaner ist.
Ergebnisse nach Regionen
Im Ozama und Isabela, die beide durch dicht besiedelte urbane Gebiete fließen, wurden resistente Bakterien festgestellt, die mit häuslichen und industriellen Abwässern in Verbindung stehen.
Im Yaque del Norte wurde der Verlauf von den Quellen bis zu den landwirtschaftlichen und urbanen Gebieten verfolgt. Dabei zeigte sich, wie die Präsenz von Darmbakterien wie E. coli, Klebsiella und Enterobacter zunimmt.
Im Yaque del Sur wiesen die Sedimente DNA von Vibrio cholerae (Cholera) und Salmonella (Gastroenteritis) auf – ein ernstes Risiko, wenn das Wasser unbehandelt genutzt wird.
Ein Problem mit Alltagsrelevanz
Flusswasser wird zum Kochen, Waschen, Bewässern von Feldern und zur wirtschaftlichen Nutzung gebraucht. Wenn Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren, können gewöhnliche Gesundheitsprobleme zu schweren und teuren Krankheiten werden.
Die WHO warnt, dass der Missbrauch von Antibiotika die Resistenzentwicklung beschleunigt. Deshalb drängt das IIBI auf sofortige Maßnahmen, darunter einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika, eine angemessene Abwasserbehandlung und eine verstärkte Umweltüberwachung.
Wissenschaft und Nachwuchsförderung
Neben den Leitern der Untersuchung beteiligten sich auch Studierende im Bachelor- und Masterbereich der Universitäten Intec, Isfodosu und ISA. Unter ihnen: Irene Zulay Ortiz Confesor, Lázaro M. Acosta Rivera, Argeny Lorenzo Ovando, Camila Del Rosario, Albert Duarte, Víctor V. Calderón und Roberto Bonnelly, unter anderen.
Das vom MESCYT–FONDOCyT finanzierte Projekt hat bereits internationale Veröffentlichungen hervorgebracht. In den kommenden Monaten sollen die vollständigen Daten zur Überwachung des Yaque veröffentlicht werden.
