Der Tourismussektor trägt jährlich 9 Billionen US-Dollar zur dominikanischen Wirtschaft bei – über das Naturkapital, also die Gesamtheit der natürlichen Ressourcen und Ökosystemleistungen eines Landes. Das entspricht einem Anteil von 22 % am Bruttoinlandsprodukt (BIP), erklärte der Ökonom Víctor Gómez Valenzuela während einer Konferenz an der Universität Intec.
Der Experte stellte im Rahmen des Projekts „Seminario Permanente de la Realidad Dominicana“ (Semper) in seiner vierten Ausgabe den Hauptvortrag „Naturkapital der Dominikanischen Republik und Nachhaltigkeit“ vor. Die Ergebnisse stammen aus einer Studie, die er leitete und die von der Weltbank unterstützt wurde.
Er hob hervor, dass sich die Dominikanische Republik als sechststärkste Volkswirtschaft mit hoher Leistung in Lateinamerika, Zentralamerika und der Karibik etabliert hat – vor allem dank des Tourismusbooms und des Wachstums anderer Sektoren.
Dominikanische Republik als Wirtschaftsführer
Er führte aus, dass die Wirtschaft des Landes etwa 30 % größer sei als die Costa Ricas, dreimal so groß wie die honduranische, viermal die nicaraguanische und rund sechsmal so groß wie die haitianische. Damit werde das Land zu einer regionalen Wirtschaftsmacht, so Diario Libre.
„Es handelt sich um eine überwiegend dienstleistungsorientierte Wirtschaft mit einem mittleren Anteil an Industrie und Fertigung, während die Beteiligung des Agrarsektors immer geringer wird. Diese Tendenz ist normal: Je stärker die Volkswirtschaften technologisiert werden, desto geringer wird der Beitrag der Primärsektoren zum BIP“, erklärte er.
Das Naturkapital liefere im Wesentlichen zwei große Wertbereiche: Nutzungswerte und Nichtnutzungswerte. Zum ersten gehören etwa die Nutzung von Wasser und Wind zur Energieerzeugung sowie die Sonne.
Touristische Attraktivität der Dominikanischen Republik
Gómez Valenzuela stellte klar, dass 20 % der touristischen Wertschöpfung im Wesentlichen von der landschaftlichen Schönheit abhängen, da Besucher vor allem wegen der herrlichen, sauberen Strände und der einzigartigen Szenerie ins Land kämen – Werte, die unbezahlbar seien.
„Diese 20 % werden von den marinen Küstenökosystemen der Dominikanischen Republik bereitgestellt“, sagte er.
