Während die Regierung derzeit 15 Maßnahmen zur Regulierung der irregulären Migration umsetzt – darunter die Rückführung und Abschiebung undokumentierter Haitianer –, bemüht sich der Bausektor aktiv um Arbeitsgenehmigungen oder spezielle Visa, um ausländische Arbeitskräfte legal in formelle Beschäftigungsverhältnisse zu integrieren.
Das erklärte Annerys Meléndez, Präsidentin des Dominikanischen Verbands der Bauunternehmer und Wohnungsbauförderer (Acoprovi), bei der Eröffnung der 17. Baumesse „Exposición de la Industria de la Construcción 2025“.
Sie verwies auf die Nationale Arbeitskräfteerhebung der Zentralbank, der zufolge der Bausektor rund 435.000 Beschäftigte zählt – wobei etwa 20 % ausländische undokumentierte Arbeiter seien.
„Um die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 80 % dominikanischen und 20 % ausländischen Arbeitern einzuhalten, haben wir berechnet, dass etwa 87.000 Arbeitskräfte aus dem Ausland stammen könnten“, so Meléndez.
„Deshalb fordern wir als Acoprovi, dass diese 87.000 ausländischen Arbeitskräfte durch Visa oder Arbeitserlaubnisse legalisiert werden.“
Sie betonte, dass dieser Prozess im Einklang mit der geltenden Rechtsordnung durchgeführt werde und keine Gesetzesänderung im Migrationsbereich erforderlich sei.
Arbeitskräfte dringend gebraucht
Meléndez erklärte weiter, dass dominikanische Staatsbürger kaum Interesse an einfachen Bauarbeiten hätten, weshalb ausländische Arbeitskräfte für das Funktionieren des Sektors notwendig seien.
„Die ausländische Arbeitskraft ist unerlässlich, weil viele der körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten auf dem Bau von Dominikanern nicht angenommen werden – und das ist kein lokales Phänomen, sondern international üblich.“
Deshalb forderte sie sofortige Maßnahmen, um Arbeitsvisa zu ermöglichen und verwies auf ein konkretes Hindernis:
„Wenn wir ausländische Arbeitskräfte haben, die ein Visum benötigen, aber keine dominikanischen Konsulate existieren, die es ausstellen, ist es unmöglich, legale Arbeitskräfte zu gewinnen.“
Acoprovi habe deshalb offiziell die Öffnung dominikanischer Konsulate beantragt, um Visa-Anträge ermöglichen zu können.
Herausforderungen des Bausektors
Auch Miriam Batista, Koordinatorin der Construexpo, bestätigte, dass der Fachkräftemangel ein zentrales Problem darstelle, wies aber darauf hin, dass der Bausektor mit vielen weiteren Herausforderungen konfrontiert sei:
„Neben dem Arbeitskräftemangel haben wir auch Probleme mit Finanzierungen, Zinssätzen und weiteren strukturellen Themen. Wir suchen aktiv nach Lösungen.“
Gehälter im Bauwesen
In einem separaten Interview mit dem Listín Diario äußerte sich Annerys Meléndez auch zu den Löhnen im Bausektor. Sie betonte, dass die Bezahlung unabhängig von der Nationalität der Arbeiter sei:
„Im Bauwesen gibt es tariflich festgelegte Mindestlöhne, die sich je nach Tätigkeit unterscheiden. Es gibt sowohl Tagessätze als auch Stücklöhne – entscheidend ist die Arbeit, nicht die Herkunft des Arbeiters.“
