Freiwillige und Fischer haben sich zusammengeschlossen, um an den Stränden von Las Salinas im Südosten der Dominikanischen Republik Fischereigeräte zu beseitigen, die das Leben von Flamingos und anderen Vögeln bedrohen. Die Aktion fand am vergangenen Samstag im Rahmen des Internationalen Küstenreinigungstags statt.
Die Teilnehmer bemühten sich, sogenannte „Geisternetze“ zu entfernen – zurückgelassene Fischereiabfälle wie Netzreste, Seile und insbesondere gefährliche Nylonfäden, die laut Umweltschützern eine ernsthafte Gefahr für die Tierwelt, insbesondere für Vögel, darstellen.
„Dieser Faden der Fischer ist einer der schädlichsten für die Vögel, weil er durchsichtig ist. Wenn er ins Meer gelangt oder am Strand liegt, sehen die Vögel ihn nicht und verheddern sich leicht darin“, erklärte María Paulino, Direktorin der Organisation Grupo Acción Ecológica (GAE), gegenüber EFE während der Aktion.
Die Vögel können sich in diesen Abfällen verfangen, was sie am Fliegen, an der Nahrungssuche hindert oder ihnen sogar tödliche Verletzungen zufügt. So wurde kürzlich ein Fall dokumentiert, bei dem ein Flamingo in einen Nylonfaden geriet und ein Bein amputiert werden musste.
„Deshalb ist es uns ein Anliegen, in diesem Gebiet zu arbeiten, wo wir wissen, dass viel Material vorhanden ist, das den Arten schadet“, fügte Paulino hinzu.
Für die Umweltaktivisten hat die Sensibilisierung der Fischer höchste Priorität. Sie wollen diese zu Verbündeten bei der Vorbeugung und Reinigung der Umweltverschmutzung machen.
Im Rahmen der Küstenreinigungsaktion betonte Danilo Mejía, Vogelspezialist der Gruppe Acción Ecológica, dass das Ziel sei, „den Fischern zu zeigen, welche Auswirkungen das hat – zum Beispiel, dass das Nylon an den Vögeln haften bleibt und diese, wie im Fall der Flamingos, meist sterben“.
Ähnlich äußerte sich Juan Ramón Santana, Leiter des örtlichen Fischerverbands: „Jede Person, die in einer Gemeinschaft lebt, muss auf die natürlichen Ressourcen und das Ökosystem achten.“
In der Dominikanischen Republik werden Strandreinigungsaktionen immer häufiger durchgeführt. Oft beteiligen sich Mitglieder öffentlicher und privater Institutionen sowie Schulen an der Sammlung von Abfällen.
„Wenn diese Einsätze nicht stattfänden, wäre hier alles voller Plastik“, sagte ein Fischer.
