Wirtschaftliche Messung von Filmaufnahmen in der DR sollte einen umfassenderen Ansatz verfolgen

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Die Filmindustrie hat sich dank der Produktion von Fernsehserien, Dokumentar- und Spielfilmen, sowohl lokal als auch international, zu einem starken Motor des Tourismus in der Dominikanischen Republik entwickelt.

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© eldinero.com.do

Nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Huáscar Jiménez, Direktor des Zentrums für Tourismusstudien und lokale Entwicklung (Cetdel), stellt der „Filmtourismus“ oder filminduzierte Tourismus eine „große Chance“ dar, das Tourismusangebot des Landes zu diversifizieren. Er warnt jedoch, dass man einen dynamischen und umfassenderen Ansatz wählen muss, um die wirtschaftlichen Auswirkungen von Filmaufnahmen in bestimmten Orten des Landes angemessen zu messen.

„Wir sind der Meinung, dass die Betrachtung statischer Szenarien, die auf den Steuerausgaben aus der Filmförderung und den Einspielergebnissen aus der Filmproduktion beruhen, einseitig sein könnte. Die Analyse der Auswirkungen von Dreharbeiten sollte dynamisch betrachtet werden und die wirtschaftlichen Auswirkungen berücksichtigen, die vor, während und nach den Dreharbeiten auftreten“, betont Jiménez.

Eine Studie von TCI Research aus dem Jahr 2018 hat ergeben, dass rund 80 Millionen Reisende weltweit ihre Urlaubsziele aufgrund von Filmdrehs und Fernsehserien auswählen. KPMG schätzt, dass der Wert des Filmtourismus bis 2022 68,1 Milliarden US-Dollar erreichen wird, mit Prognosen, die bis 2029 110,792 Milliarden US-Dollar erreichen werden, was ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7,2 % in den nächsten sechs Jahren bedeutet.

Jiménez hebt in seiner Analyse „Film-induced tourism: characteristics, economic implications and measurement“ (Film-induzierter Tourismus: Merkmale, wirtschaftliche Auswirkungen und Messung) Neuseeland als emblematisches Beispiel in diesem Bereich hervor, wo schätzungsweise 69 % der Besucher beschlossen haben, zu reisen, um bestimmte Film- oder Seriendrehorte zu sehen, wobei die Drehorte im Zusammenhang mit „Der Herr der Ringe“ am beliebtesten sind.

Auch der „Global Report on Cultural Affinity and Screen Tourism“, der 2021 von der damaligen Welttourismusorganisation (UNWTO) und Netflix erstellt wurde, unterstreicht den Einfluss des Films auf den Tourismus und die kulturelle Affinität. Die Aufnahme des Segments „Fitur Screen“ in die Internationale Tourismusmesse (Fitur) unterstreicht ebenfalls die wachsende Bedeutung des Kinos im Tourismussektor, sagt der Wirtschaftswissenschaftler.

Er fügt hinzu, dass sich die positiven Auswirkungen der Filmindustrie nicht auf den Tourismus beschränken, sondern auch die Entwicklung des lokalen Humankapitals fördern. Jiménez zufolge schaffen Filmaufnahmen direkte Arbeitsplätze in Bereichen wie Schauspiel, Produktion, Bühnenbild und Spezialeffekte und fördern indirekt auch andere Wirtschaftstätigkeiten wie das Hotel- und Gaststättengewerbe und den Einzelhandel.

Der Exekutivdirektor von Cetdel erwähnte auch, dass im Land thematische Routen und Aktivitäten entwickelt werden, die von Filmproduktionen inspiriert sind. Ein Beispiel dafür ist Gonzalo, eine kleine Gemeinde in Monte Plata, in der Szenen aus „The Lost City“ mit Sandra Bullock in der Hauptrolle gedreht wurden. Er fügt hinzu: „Ein lokaler Reiseveranstalter hat eine touristische Route auf der Grundlage dieses erfolgreichen Hollywood-Films entworfen und damit zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen“.

Nach Angaben der Generaldirektion Kino (DGCINE) hat die dominikanische Filmindustrie im Jahr 2023 mit 120 Produktionen – 75 nationalen und 45 ausländischen – einen bedeutenden wirtschaftlichen Beitrag in Höhe von 10.197 Mio. RD$ geleistet, wobei nur 12 Produktionen von der Steuervergünstigung profitierten, was die Attraktivität des Landes auch ohne diese Vergünstigungen unterstreicht.

Um die Dominikanische Republik als herausragende Filmdestination zu konsolidieren, hat Dgcine kürzlich ein Unterportal für Drehorte auf seiner Website eingerichtet. Dieses Tool soll den Zugang zu detaillierten Informationen über die verschiedenen für audiovisuelle Projekte verfügbaren Standorte erleichtern und so den Reichtum und die Vielfalt der lokalen Standorte hervorheben.

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