bislang 52 Anzeigen gegen die Eigentümer der Diskothek Jet Set

52 Anzeigen gegen Besitzer von Jet Set, aber keine Festnahmen

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Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft des Nationaldistrikts gab bekannt, dass bislang 52 Anzeigen gegen die Eigentümer der Diskothek Jet Set eingegangen sind. In dem Lokal kamen 233 Menschen ums Leben, dutzende weitere wurden verletzt. Dennoch beklagen die Angehörigen der Opfer, dass bisher niemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde.

Plutarco Jáquez, einer der von den Angehörigen von vier Opfern beauftragten Anwälte, hat einen Antrag auf Festnahme gegen Antonio Espaillat gestellt, den Eigentümer der betroffenen Einrichtung. Dieser befand sich zum Zeitpunkt der Tragödie in den USA. Laut lokalen Experten war das Unglück absehbar.

Jáquez erklärte: „Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen“, um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen durch das Justizministerium zur Rechenschaft gezogen werden.

Keine Ergebnisse der Ermittlungen

Obwohl seit der Katastrophe über ein Monat vergangen ist, liegen bislang keine offiziellen Ermittlungsergebnisse zur Ursache des Dacheinsturzes in der seit über 50 Jahren bestehenden Diskothek vor. Auch die eingesetzte Untersuchungskommission unter Leitung des Nationalen Büros für Seismische Bewertung und Verwundbarkeit von Infrastrukturen und Gebäuden hat bislang keine Ergebnisse veröffentlicht.

Obwohl Antonio Espaillat selbst eingeräumt hat, dass es Warnzeichen gab – darunter lose Gips- und Steinfragmente sowie Wassereintritt – wurde das Gebäude weder von den Eigentümern, einer Familienfirma, noch von den zuständigen Behörden überprüft oder instand gesetzt.

Rechtliche Lücke

Nach dem tragischen Ereignis, das die Dominikanische Republik in Trauer versetzte, räumte die Regierung von Präsident Luis Abinader ein, dass es eine rechtliche Lücke in Bezug auf die Überprüfung von Gebäuden mit hoher Personenfrequenz gibt – insbesondere bei privaten Einrichtungen.

Dominikanische Experten sehen die Ursache des Einsturzes in einer Überlastung der Gebäudestruktur sowie einer unzureichenden behördlichen Kontrolle und Überwachung des Diskothekenbetriebs.

Die Tragödie ereignete sich an einem gut besuchten „Merengue-Montag“, bei dem Rubby Pérez – einer der bekanntesten Interpreten dieses Musikgenres – auftrat und unter den Trümmern ums Leben kam.