Menschliche Überreste sowie verstreute Keramikfragmente gefunden

Archäologische Sondierung in Kirche der Kolonialstadt registriert

Lesedauer: 2 Min.

Die Nationale Behörde für Denkmalpflege (DNPM) des Kulturministeriums hat die vorläufigen Ergebnisse der archäologischen Sondierung im vorderen Bereich der Kirche Nuestra Señora del Carmen in der Kolonialstadt Santo Domingo bekannt gegeben. Die Untersuchung ist Teil des vorgeschriebenen Protokolls im Rahmen der laufenden Revitalisierungsarbeiten im historischen Zentrum.

Die Behörde erklärte, dass vor jeder Bau- oder Grabungsmaßnahme in der Kolonialstadt ein archäologisches Bewertungsverfahren durchgeführt wird. Ziel ist es, die kulturelle Schicht zu identifizieren und festzustellen, ob archäologische Überreste vorhanden sind, auf deren Grundlage dann Maßnahmen zum Erhalt getroffen werden.

Bei den aktuellen Funden handelt es sich laut DNPM um menschliche Überreste sowie verstreute Keramikfragmente. In Übereinstimmung mit historischen Quellen sei es früher üblich gewesen, gläubige Personen in der Umgebung von Kirchen zu bestatten – eine Praxis, die sich mit der Eröffnung des Friedhofs an der Avenida Independencia im August 1824 allmählich änderte.

Die Kirche Nuestra Señora del Carmen wurde im Jahr 1615 durch Spenden auf dem Gelände des früheren Krankenhauses San Andrés von der Bruderschaft der Remedios und der Virgen del Carmen errichtet. Die ersten dokumentierten Bestattungen in dieser Kirche stammen aus der zweiten Hälfte der 1660er-Jahre. Allerdings existieren weder im Inneren noch außerhalb des Gebäudes Tafeln oder Inschriften, die auf die Identität der dort beigesetzten Personen hinweisen.

Nach bisherigen Hypothesen wurden viele der Verstorbenen möglicherweise auf dem ehemaligen Friedhof an der Ecke der Straßen Arzobispo Nouel und Sánchez beigesetzt.

Die DNPM betonte außerdem, dass der Zeitplan des Straßenrehabilitationsprojekts die notwendigen archäologischen Untersuchungen sowie die damit verbundenen Abläufe bereits berücksichtigt. Es handele sich um geplante Verzögerungen, die den Fortgang des Projekts nicht wesentlich beeinträchtigen oder dessen Gesamtzeitplan gefährden.