Die Entscheidung der Dominikanischen Republik, kubanische Diplomaten des Landes zu verweisen, steht nach dem vorliegenden Bericht nicht isoliert. Auch andere Staaten Lateinamerikas und der Karibik haben ihre diplomatischen Beziehungen zu Kuba zuletzt eingeschränkt oder entsprechende Schritte angekündigt.
Nach Angaben des Berichts müssen zehn kubanische Diplomaten und ihre Familien die Dominikanische Republik verlassen. Als Frist wird der 16. August genannt. Die dominikanische Regierung machte keine Angaben zu den konkreten Gründen und erklärte lediglich, die Entscheidung sei im Rahmen der geltenden diplomatischen Regelungen getroffen worden.
Das Außenministerium kündigte an, die Angelegenheit über die vorgesehenen diplomatischen Kanäle zu behandeln und keine weiteren Einzelheiten zu veröffentlichen.
Ecuador und Costa Rica mit ähnlichen Schritten
Als weiteres Beispiel nennt der Bericht Ecuador. Die dortige Regierung habe am 4. März das gesamte Personal der kubanischen Botschaft ausgewiesen, den eigenen Botschafter aus Havanna zurückgerufen und die diplomatische Vertretung geschlossen.
Auch Costa Rica habe Diplomaten Kubas des Landes verwiesen und die diplomatischen Beziehungen zur Regierung in Havanna abgebrochen.
Für Kolumbien beschreibt der Ausgangstext dagegen bislang keine vollzogene diplomatische Maßnahme. Demnach hatte der spätere Präsident Abelardo de la Espriella vor seinem Amtsantritt angekündigt, die Beziehungen zu Kuba und Nicaragua abbrechen zu wollen. Nach seinem Amtsantritt am 7. August sei ein entsprechender Schritt jedoch noch nicht offiziell bekannt gegeben worden.
Damit lässt sich aus den Angaben des vorliegenden Textes nicht ableiten, dass bereits vier Länder tatsächlich kubanische Diplomaten ausgewiesen haben. Bestätigte Maßnahmen werden darin für die Dominikanische Republik, Ecuador und Costa Rica beschrieben, während für Kolumbien lediglich eine politische Ankündigung genannt wird.
Kuba kritisiert Entscheidung aus Santo Domingo
Die kubanische Regierung reagierte scharf auf die dominikanische Entscheidung. Außenminister Bruno Rodríguez führte die Ausweisung auf politischen Druck der Vereinigten Staaten zurück und warf Washington vor, Kuba innerhalb der Region weiter isolieren zu wollen.
Auch dominikanische politische Gruppen, insbesondere aus dem linken Spektrum, vertreten laut dem Bericht die Auffassung, dass die USA hinter der zunehmenden diplomatischen Distanz mehrerer Staaten zu Kuba stehen könnten.
Die dominikanische Regierung selbst äußerte sich zu solchen Vermutungen nicht.
Der Bericht stellt die Entwicklung zudem in einen größeren regionalpolitischen Zusammenhang und verweist auf Veränderungen der Beziehungen Kubas zu mehreren lateinamerikanischen Staaten sowie auf den politischen und wirtschaftlichen Druck der USA auf Havanna.
Die Ausweisung fiel zeitlich mit dem 100. Geburtstag des verstorbenen kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro zusammen. Einen Zusammenhang zwischen diesem Datum und der Entscheidung hat die dominikanische Regierung jedoch nicht hergestellt.
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