Mehr als nur Gold

Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Barrick Pueblo Viejo

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Der Abbau von Gold und Silber in der Dominikanischen Republik ist eine staatlich geförderte Aktivität, die unter der direkten Aufsicht der Ministerien für Energie und Bergbau sowie Umwelt und natürliche Ressourcen steht. Ziel ist es dabei, nicht nur wirtschaftliche Rentabilität zu sichern, sondern auch den langfristigen Schutz der Umwelt zu gewährleisten.

Dieser Sektor bringt dem Land jährlich Millionen von Dollar ein und ist zudem kontrazyklisch – das heißt, anders als viele andere Wirtschaftsbereiche ist er weniger stark von internationalen Entwicklungen abhängig. Umso wichtiger ist es, dass die Firma Barrick in Pueblo Viejo, Sánchez Ramírez, transparent und wirkungsvoll mit der Öffentlichkeit kommuniziert, um das Vertrauen der Gemeinschaft zu stärken und ihre Aktivitäten auszuweiten.

Bei einer Führung durch die Mine mit Journalisten von elDinero betonte Vielka Guzmán, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit von Barrick, dass die seit 2013 im Land tätige Firma über die reine Gold- und Silbergewinnung hinaus aktiv sei. Sie lege großen Wert auf Umweltschutz, Arbeitssicherheit und die Entwicklung der umliegenden Gemeinden.

Trotz der Umweltbelastung, die jede industrielle Tätigkeit mit sich bringt, versichert Guzmán, dass Barrick verantwortungsvollen Bergbau betreibe. Man unternehme große Anstrengungen, negative Auswirkungen nicht nur zu minimieren, sondern sie auch auszugleichen.

Umweltmaßnahmen

Eine der wichtigsten Maßnahmen war die Sanierung des stark mit Schwermetallen belasteten Mejita-Stausees – ein Erbe des früheren Minenbetriebs. In Absprache mit der Regierung investierte Barrick 75 Millionen US-Dollar zur Beseitigung dieser Altlasten.

Da das Unternehmen an den Börsen in den USA und Kanada notiert ist, unterliegt es strengen internationalen Umweltstandards. Es orientiert sich unter anderem an den Vorgaben des International Council on Mining and Metals (ICMM), des World Gold Council und der International Finance Corporation (IFC). Außerdem verfügt Barrick über die ISO-14000-Zertifizierung für Umweltmanagementsysteme – mittlerweile zum vierten Mal.

Darüber hinaus folgt das Unternehmen den GRI-Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung, die weltweit als Best-Practice-Richtlinien zur Darstellung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Auswirkungen gelten.

Ein Beispiel für Transparenz ist das vierteljährlich stattfindende „partizipative Umweltmonitoring“, bei dem Wasser-, Luft- und Lärmwerte gemeinsam mit der Technischen Universität Intec analysiert werden.

Schutz der Biodiversität

Barrick verfügt über einen Aktionsplan zum Schutz der biologischen Vielfalt. Bevor in einem Gebiet gearbeitet wird, führt das Umweltministerium eine Bestandsaufnahme durch. Identifizierte Arten werden dann in geeignete Schutzgebiete umgesiedelt.

„Einige Arten, die als gefährdet galten, haben in Pueblo Viejo durch unsere Schutzmaßnahmen einen besseren Erhaltungsstatus erreicht“, so Guzmán.

In Zusammenarbeit mit lokalen Fischern betreibt Barrick ein Fischzuchtprojekt im Hatillo-Stausee, wo der Fluss Margajita mündet. Dabei werden Ausbildung, Infrastruktur und Jungfische (Alevinen) bereitgestellt. Außerdem wurde ein Projekt zur Herstellung von Kunststoffholz für Fischerhütten ins Leben gerufen, das teure Instandhaltungsmaßnahmen überflüssig macht.

Energieversorgung und Reichweite

Barrick ist in vier Provinzen aktiv, da sich die Stromleitungen von San Pedro de Macorís über Monseñor Nouel und Monte Plata bis nach Sánchez Ramírez erstrecken. Die Versorgung erfolgt über das Kraftwerk Quisqueya, das inzwischen von Diesel auf Erdgas umgestellt wurde – ein Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen.

Die Aktivitäten des Unternehmens erreichen neun Gemeinden direkt und 30 weitere indirekt – insgesamt etwa 183.000 Menschen.

Soziale Investitionen

Ivet Viloria, Leiterin für Gemeindearbeit und -entwicklung bei Barrick Pueblo Viejo, beziffert die Investitionen in Sozialprojekte auf 55 Millionen US-Dollar. In zwölf Jahren wurden über 700 Projekte in Bereichen wie Infrastruktur, Bildung, kommunale Entwicklung und Gemeindeverwaltung umgesetzt – darunter 94 priorisierte Sozialprogramme.

Ein Beispiel ist die technische Ausbildung in Kooperation mit Fundapec, bei der bislang 240 junge Menschen für Tätigkeiten in der Mine qualifiziert wurden. Über das Programm „Crédito Beca“ werden zudem Voll- oder Teilstipendien für Universitätsstudien vergeben. Aktuell nehmen 85 Studierende teil, die Zahl soll auf 125 steigen.

Ein Kooperationsabkommen mit der Universität UTECO soll darüber hinaus die Studiengänge in Geologie und Bergbau stärken.

Ausbildungs- und Entwicklungsprogramme

Ein weiteres Projekt ist das Duale Ausbildungsprogramm, das jungen Menschen eine zweijährige technische Ausbildung mit Praxisphasen in der Mine ermöglicht. Rund 90 % der Teilnehmenden werden danach übernommen.

„Agroemprende“ unterstützt lokale Landwirte mit Modellfarmen und Schulungen. Neben Kakao werden auch Yuca, Kochbananen, Bananen und Kürbis angebaut.

Das Frauenkollektiv „Chocolateras de Dos Palmas“ stellt handgemachte Schokolade aus lokal angebautem Kakao her, die in der Region vertrieben und auf Messen präsentiert wird.

Auch die Imkerei wird gefördert: 32 Imker profitieren bereits, bald sollen 900 neue Bienenstöcke verteilt werden.

Mit dem neuen Programm für Maschinenführer, das im August startet, sollen 600 Personen für den Umgang mit schweren Maschinen geschult werden. Wer noch keine passende Führerscheinkategorie besitzt, wird bei der Umschulung unterstützt.

Im Sport engagiert sich Barrick über das Programm „RBI“ in Zusammenarbeit mit der Major League Baseball. Rund 180 Kinder aus Zambrana, Gemeinde Cotuí, erhalten Ausrüstung und Training im Baseball.

Trotz Aktivitäten in vier Provinzen liegt der Fokus auf Sánchez Ramírez, wo die meisten Programme umgesetzt werden. „Die Programme kommen den betroffenen Gemeinden von Piedra Blanca bis Cotuí zugute“, so Viloria.

Zur Frage nach der Projektanzahl erklärt sie: „Wichtiger als viele Projekte zu haben, ist es, mit einem Projekt viele Familien zu erreichen.“ Aktuell befinden sich vier Projekte im Bau, neun weitere stehen vor der Ausschreibung.

Stärkung von Frauen

Barrick fördert gezielt die Ausbildung von Frauen, um ihnen gleiche Chancen bei Bewerbungsverfahren zu ermöglichen. „Der Vorteil ist: Frauen bilden sich häufiger weiter“, erklärt Viloria. In den sozialen Programmen stellen Frauen die Mehrheit, bei Bewerbungen sind sie doppelt so stark vertreten wie Männer.

Dieses Engagement habe wesentlich dazu beigetragen, dass heute deutlich mehr Frauen in der Bergbauindustrie vertreten sind.

Belegschaft bei Barrick Pueblo Viejo

Laut Guzmán beschäftigt Barrick Pueblo Viejo derzeit 2.974 Personen – 98 % davon sind Dominikaner. Der Frauenanteil liegt bei 28 %, viele arbeiten in technischen oder operativen Bereichen wie dem Führen schwerer Maschinen.

2018 lag dieser Anteil noch unter 3 %. 13 % der Geologinnen – ausgebildet an der UTECO – sind heute in technischen Positionen tätig. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur Gleichstellung in einem traditionell männerdominierten Sektor“, so Guzmán.

Zusätzlich schafft Barrick über 3.000 indirekte Arbeitsplätze und bevorzugt lokale Anbieter. Das Ziel sei, dass die Menschen nach Schließung der Mine durch erworbene Fähigkeiten und unternehmerische Perspektiven eigenständig weitermachen können.

Garantien für die Zukunft

Der „Plan de Cierre“ für die Mine Pueblo Viejo enthält alle rechtlichen, sozialen und ökologischen Maßnahmen für eine verantwortungsvolle Stilllegung. Er ist Bestandteil des Vertrags zur Nutzung der Bergbaurechte (CEAM), der 2013 mit einem Treuhandfonds begann, um die Verfügbarkeit der Mittel beim Rückbau der Mine sicherzustellen.

Das Ziel: Auch nach dem Ende der Bergbautätigkeit darf die Umwelt nicht geschädigt werden.