Die Dominikanische Republik zählt heute zu den attraktivsten Ländern Lateinamerikas für internationale Kreditgeber – nicht zuletzt dank ihrer enormen Goldreserven, die sich laut aktuellen Angaben auf 15 Millionen Unzen belaufen. Bei einem aktuellen Marktpreis von rund 3.400 US-Dollar pro Unze ergibt sich ein Wert von über 51 Milliarden US-Dollar.
Diese Reserven stammen ausschließlich aus der größten Goldmine des amerikanischen Kontinents, Pueblo Viejo, die sich im Besitz der kanadischen Barrick Gold und der US-amerikanischen Newmont befindet. Der Ort wurde bereits in der Kolonialzeit von den Spaniern ausgebeutet – doch die heutigen modernen Abbauzahlen stammen aus der Zeit ab 1975 bis heute.
Neben den 15 Millionen bereits abgebauten Unzen liegen weitere 15 Millionen Unzen an Goldreserven noch in der Tiefe und warten auf ihre Förderung.
Silber und Kupfer: Weitere Milliardenreserven
Zum Gold kommen 45 bis 50 Millionen Unzen Silber, deren Marktwert sich bei einem Preis von rund 36 US-Dollar pro Unze auf etwa 1,6 bis 1,8 Milliarden US-Dollar beläuft.
Auch Kupfer ist in Pueblo Viejo in bedeutender Menge vorhanden. Bisher gilt es als Nebenprodukt und wird in Rückhaltebecken (presas de colas) wie El Llagal und künftig El Naranjo gelagert. Eine separate Kupferproduktionslinie ist jedoch bereits installiert und könnte jederzeit aktiviert werden – vor allem, wenn die internationalen Kupferpreise steigen.
Weitere Goldvorkommen im Land
Die Goldvorkommen des Landes beschränken sich nicht nur auf Pueblo Viejo.
– Im Projekt Romero bei San Juan de la Maguana wurden bereits über 3 Millionen Unzen lokalisiert.
– Im Gebiet Restauración im Nordwesten wurden rund 1,5 Millionen Unzen nachgewiesen.
Die Dominikanische Republik gehört auch zu den bedeutenden Produzenten von Basismetallen:
– Einst war sie achtgrößter Produzent von Ferronickel weltweit,
– Aktuell wird in Cerro Maimón (Provinz Monseñor Nouel) Kupfer und Zink durch die Compañía Minera Dominicana (Perilya, China) abgebaut.
– Weitere Explorationsprojekte laufen in anderen geologisch vielversprechenden Regionen.
Vereinbarung mit Barrick Gold: Cotuí auf dem Weg zur Modernisierung
Ein kürzlich geschlossenes Abkommen zwischen Barrick-Pueblo Viejo, staatlichen Stellen und der Gemeinde Cotuí sieht Investitionen in Höhe von rund RD$20 Milliarden (etwa 330 Millionen US-Dollar) vor. Diese fließen in Infrastrukturprojekte, Entschädigungen für Grundstücke und den Bau einer neuen Rückhalteanlage in El Naranjo.
Wie einst Falconbridge das wirtschaftliche Wachstum von Bonao antrieb, so könnte auch Cotuí dank der Goldförderung zu einem neuen Zentrum für Geschäfts- und Immobilienentwicklung werden – vorausgesetzt, fehlende Großprojekte wie ein modernes Wasserversorgungssystem werden realisiert.
Fazit
Die Dominikanische Republik verfügt über eine der reichsten Lagerstätten von Edelmetallen in der Region – mit gewaltigem wirtschaftlichen Potenzial. Wenn verantwortungsvoll verwaltet, könnte diese Ressource nicht nur zur wirtschaftlichen Stabilität des Landes beitragen, sondern auch Regionen wie Cotuí, San Juan und Restauración zu Vorbildern für nachhaltige Entwicklung machen.
