Zweithöchste Zahl an Stimmenkäufen in der Region

Studie zeigt geringes Vertrauen in politische Parteien der Dominikanischen Republik

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Eine aktuelle Analyse des Wahlsystems der Dominikanischen Republik durch die Bürgerbewegung Participación Ciudadana (PC) hat das wachsende Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den politischen Parteien deutlich gemacht.

Der Bericht mit dem Titel „Diagnóstico del sistema electoral y de partidos de la República Dominicana: propuestas para la reforma de las Leyes No. 33-18 de Partidos y No. 20-23 del Régimen Electoral“ zeigt, dass 42 % der dominikanischen Bevölkerung glauben, dass Demokratie auch ohne Parteien funktionieren kann – ein Indikator für den drastischen Glaubwürdigkeitsverlust dieser Institutionen.

Laut der Umfrage Latinobarómetro 2023 empfinden sogar 74 % der Befragten, dass die politischen Parteien schlecht oder sehr schlecht funktionieren.

Schwache Institutionalisierung und sinkende Legitimität

Gustavo Oliva, Soziologe und Politikwissenschaftler sowie Hauptautor der Studie, erklärte, dass die Legitimität der Parteien als Vertreter sozialer Interessen historisch niedrig sei – und weiter abnehme. Nur in Wahljahren sei ein leichter Anstieg des Vertrauens zu beobachten, der jedoch rasch wieder abfalle.

Er unterstreicht, dass die Dominikanische Republik eines der am wenigsten institutionalisierten Parteiensysteme in der Region aufweise.

Zweithöchste Zahl an Stimmenkäufen in der Region

Ein besonders gravierender Befund betrifft den Kauf von Wählerstimmen, der nach Angaben des V-Dem-Index 2024 in der Dominikanischen Republik am zweithäufigsten in der Region vorkommt. Mehr als eine Million Wähler sollen bei jeder Wahl betroffen sein.

Stimmenkauf ist nicht nur regelmäßig in den Medien präsent, sondern auch Gegenstand juristischer Verfahren. Es handelt sich um eine tief verwurzelte Praxis des Klientelismus, die das Wahlsystem massiv untergräbt.

Reformvorschläge von Participación Ciudadana

Angesichts dieser Probleme schlägt Participación Ciudadana vor, dass die Neufassung der Parteien- und Wahlgesetze folgende Punkte enthalten sollte:

  • Ausdrückliches Verbot, staatliche Mittel für Stimmenkauf zu verwenden.
  • Klare Definition und Sanktionierung entsprechender Verhaltensweisen.

Ziel dieser Reformen sei es, die Glaubwürdigkeit des politischen Systems wiederherzustellen, die Integrität der Wahlen zu sichern und die politische Repräsentation auf eine solidere, demokratischere Basis zu stellen.