Der dominikanische Umweltschützer und Ingenieur Luis Carvajal will wegen mutmaßlicher Erpressungsversuche Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten. Nach seinen Angaben erhielt er über WhatsApp Nachrichten, in denen er unter Androhung der Veröffentlichung kompromittierenden Bild- und Videomaterials zu nicht näher bezeichneten Vereinbarungen gedrängt wurde.
Die Akademie der Wissenschaften der Dominikanischen Republik (ACRD), der Carvajal angehört, hat sich öffentlich hinter den Umweltschützer gestellt. Ihr Präsident Manuel Ramón Herrera Carbuccia forderte die Generalstaatsanwaltschaft sowie die auf Hightech-Kriminalität spezialisierte Ermittlungsabteilung DICAT auf, den Fall unverzüglich zu untersuchen.
Dabei soll insbesondere geklärt werden, wem die Telefonnummer gehört, von der die mutmaßlichen Drohungen verschickt wurden, und wer tatsächlich hinter den Nachrichten steht.
Ermittlungen zur Identität des Absenders gefordert
Carvajal erklärte, der unbekannte Absender habe von ihm verlangt, auf bestimmte Forderungen einzugehen. Andernfalls sollten Bilder und Videos an Familienangehörige, Kollegen und Medien weitergegeben werden, um seinen Ruf zu beschädigen.
Der Umweltschützer blockierte daraufhin den Kontakt. Er kündigte an, den zuständigen Staatsanwälten die gespeicherten Nachrichten, Zeitangaben und digitalen Dateien als Beweismittel zu übergeben.
Gleichzeitig betonte Carvajal, dass weder das Profilfoto noch der angezeigte Name des WhatsApp-Kontos einen verlässlichen Rückschluss auf die Identität des Absenders zuließen. Deshalb seien technische Untersuchungen notwendig, um die Herkunft der Nachrichten festzustellen und eine mögliche Beteiligung weiterer Personen oder Auftraggeber zu klären.
Wissenschaftsakademie fordert Schutzmaßnahmen
Die Führung der Akademie der Wissenschaften verlangte außerdem, geeignete Schutzmaßnahmen für Carvajal zu prüfen.
Zugleich appellierte sie an die Bevölkerung und die Medien, möglicherweise verbreitete Bilder oder andere Inhalte nicht ungeprüft weiterzugeben. Damit solle verhindert werden, dass eine mögliche Erpressung durch die zusätzliche Verbreitung des Materials unterstützt werde.
Die Akademie unterstrich, dass Auseinandersetzungen über den Schutz natürlicher Ressourcen und die Umweltpolitik innerhalb des rechtlichen und institutionellen Rahmens geführt werden müssten.
Wer hinter den mutmaßlichen Drohungen steckt und welche Absichten damit verfolgt werden, ist bislang ungeklärt.
Weitere Nachrichten über Kriminalität, öffentliche Sicherheit, gesellschaftliche Konflikte und aktuelle Entwicklungen in der Dominikanischen Republik finden Sie im Ressort Leben und Gesellschaft.

