Kein voll funktionsfähiges ILS

Ehemaliger Vizedirektor des IDAC warnt vor technologischem Rückstand am Flughafen Las Américas

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Der ehemalige Vizedirektor des dominikanischen Luftfahrtinstituts (IDAC), Santiago Rosa, bezeichnete es als „wenig wettbewerbsfähig und unzureichend“, dass der Internationale Flughafen Las Américas (AILA) derzeit nicht über ein voll funktionsfähiges Instrumentenlandesystem (ILS) verfügt.

Rosa kritisierte die mangelnde Planung der aktuellen IDAC-Führung und erklärte, dass keine wirksame Strategie zur Modernisierung der Luftnavigationssysteme an einem der wichtigsten Flughäfen des Landes verfolgt worden sei.

Er betonte, dass die nationalen Fluggesellschaften, die internationale Strecken bedienen, die „Botschafter der dominikanischen Luftfahrt“ seien – und jede sicherheitstechnische Nachlässigkeit in der Dominikanischen Republik könne sich auf internationale Prüfungen und Audits dieser Fluggesellschaften auswirken. „Im schlimmsten Fall könnte es sogar zu einer Herabstufung der Sicherheitskategorie kommen“, warnte Rosa.

Er erklärte, dass zwar derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Flugsicherheit bestehe, die Situation jedoch Vernachlässigung und fehlende technische Weitsicht seitens der Flughafenbetreiber erkennen lasse.

Rosa betonte, dass es für alle Flüge stets Ausweichflughäfen gebe – dennoch sollte der AILA in der Lage sein, auch bei schwierigen Wetterverhältnissen sicher zu operieren. Als Beispiel nannte er Flüge von Santo Domingo nach New York, bei denen neben dem Flughafen JFK auch Newark oder LaGuardia als Ausweichoptionen dienen.

Die mangelnde Ausstattung mit einem modernen ILS am AILA sei Ausdruck einer unvollständigen Umstellung von bodengestützten Navigationssystemen auf moderne satellitengestützte Technologien, wie GPS oder GMSS, so Rosa.

Er wies darauf hin, dass die globale Luftfahrtindustrie bereits weitgehend auf präzisere und automatisierte Navigationsmethoden umgestellt habe – was eine dringende Modernisierung der dominikanischen Flughäfen notwendig mache.

Bezüglich des ILS-Systems erläuterte Rosa, dass es weltweit drei Kategorien gebe. In der Dominikanischen Republik werde derzeit ausschließlich Kategorie 1 verwendet, die nur begrenzte Landungen bei eingeschränkter Sicht ermöglicht. Die Kategorien 2 und 3 hingegen erlauben Landungen bei extrem geringer oder null Sicht.

Das derzeit am AILA installierte System auf der Piste 17 wurde laut Rosa bereits 1992 unter der Regierung von Joaquín Balaguer installiert und seitdem nie modernisiert.

„Die ILS-Antennen befinden sich an den Enden der Start- und Landebahnen und senden auf spezifischen Frequenzen (308 und 111 MHz) das Gleitweg- und Anflugsignal. Doch im Fall des AILA wird die Piste 17 nur selten genutzt, was die Effektivität des Systems erheblich einschränkt“, so Rosa.

Außerdem kritisierte er die jüngsten Aussagen des derzeitigen IDAC-Direktors Igor Rodríguez, der erklärt hatte, dass der Kauf eines neuen Systems möglicherweise sinnvoller sei. Rosa entgegnete, dass Rodríguez „mehr als genug Zeit gehabt habe, die technischen Anforderungen festzulegen und den Vergabeprozess einzuleiten“. Die Verantwortung für das bisherige Nichthandeln liege klar bei der aktuellen Leitung des IDAC.