Schwäche bei öffentlichen Investitionen

Es wird gewarnt, dass die Wirtschaft der Dominikanischen Republik eine Abschwächung zeigt

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Die Wirtschaft der Dominikanischen Republik zeigt Anzeichen einer Abschwächung, die laut Ökonomen nicht mehr allein durch konjunkturelle Faktoren erklärt werden können.

Für Franklin Vásquez und Henri Hebrard spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung des Landes eine Kombination aus strukturellen Schwächen, hohen Finanzierungskosten und einer geringen öffentlichen Investition wider.

Hinzu kommt ein Produktionsmodell, das trotz des guten Abschneidens einiger Sektoren Anzeichen von Erschöpfung zeigt, erklärten sie in der Sendung Propuesta de la Noche, produziert und moderiert vom Journalisten Manuel Jiménez.

In der Sendung analysierten sie die wirtschaftlichen Ergebnisse des Jahres 2025, ein Jahr, das zwar nicht als Krise bezeichnet werden könne, jedoch einen Bruch mit dem jahrzehntelangen anhaltenden Wachstum von über 5 % darstelle, so ihre Einschätzung.

Franklin Vásquez führte aus, dass das geschätzte Wachstum zwischen 2,2 % und 2,5 % als Ausdruck eines „Übergangsjahres“ zu verstehen sei, warnte jedoch davor, diese Abschwächung zu verharmlosen.

Schwäche der öffentlichen Investitionen

Vásquez verwies auf die anhaltende Schwäche der öffentlichen Investitionen sowie auf die Entkopplung zwischen dem Anstieg der Deviseneinnahmen und dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Obwohl das Land Rekordzahlen bei Einnahmen aus Rücküberweisungen, Tourismus und Exporten erreicht habe, habe sich dieser Zufluss nicht in einem höheren inländischen Mehrwert niedergeschlagen, warnte er.

Finanzsystem

Henri Hebrard bezeichnete es seinerseits als widersprüchlich, dass sich die aktiven Zinssätze trotz einer seit mehr als 20 Monaten innerhalb des Zielkorridors kontrollierten Inflation weiterhin auf hohem Niveau hielten.

Er erklärte, dass die Zentralbank zwar Mittel aus der gesetzlichen Mindestreserve freigegeben habe, um die Kreditvergabe zu stimulieren, diese Gelder jedoch nicht im erwarteten Umfang bei produktiven Sektoren wie dem Wohnungsbau angekommen seien.

Nach seinen Angaben konzentrierten sich mehr als 70 % der Kredite auf den Handel, einen Sektor mit geringerem Wertschöpfungspotenzial, was seine Fähigkeit begrenze, ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum voranzutreiben.